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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Juli 2018

Gemeinderat: Neue Schubkraft für die Initiative karlsruhe.digital

KRÄFTE BÜNDELN: Martin Hubschneider und Gabriele Luczak-Schwarz wolle Karlsruhe als Motor der Digitalisierung stärken. Foto: Fränkle

KRÄFTE BÜNDELN: Martin Hubschneider und Gabriele Luczak-Schwarz wolle Karlsruhe als Motor der Digitalisierung stärken. Foto: Fränkle

 

Karlsruhe Motor der Digitalisierung / Bündnis von Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung

Nahezu einstimmig beschloss jetzt der Gemeinderat, das Budget von karlsruhe.digital aufzustocken. Dadurch erhält die Initiative neue Schubkraft, in der Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung gemeinsam Karlsruhes Rolle als Motor der Digitalisierung ausbauen wollen.

Mit der am Dienstag vom gesamten Plenum - außer AfD-Stadtrat Dr. Paul Schmidt - getroffenen Entscheidung bekommt karlsruhe.digital für die Weiterentwicklung im Doppeletat 2019/2020 jährlich 250.000 Euro aus dem Stadtsäckel. Die IT-Wirtschaft steuert eine Co- Finanzierung in gleicher Höhe bei. Bisher hatte der städtische Beitrag bei jährlich 50.000 Euro gelegen.

In der Debatte vor der Abstimmung signalisierte Fraktionschef Tilman Pfannkuch „die uneingeschränkte Zustimmung“ der CDU für die Erhöhung des Budgets. Die Spitzenstellung in Sachen IT sei das „richtige Thema, um unsere Stadt nach vorne zu bringen“. Die Initiative leiste „hervorragende Arbeit“, lobte Pfannkuch das „Karlsruhe Modell, in dem Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung miteinander kooperieren“. Ebenfalls als „richtig und wichtig“ bezeichnete Parsa Marvi die Entscheidung, „in einer ungesicherten Zukunft ein breit gefächertes Digitalisierungskonzept auf den Weg zu bringen“. Der SPD-Fraktionsvorsitzende unterstrich dabei die Rolle des IT-Amts, das mit dem Ausbau von KA-WLAN, digitalem Bürgerservice und einigen Apps „schon eine Menge“ vorgelegt habe.

Weiter verwies er auf den Anteil von 41 Prozent, den IT-Unternehmen schon heute zur Gewerbesteuer beitragen. Marvi: „Digitalisierung ist nicht nur gut für Unternehmen selbst, sondern auch für die Lebensqualität der Stadt“.
Auch GRÜNE-Stadtrat Joschua Konrad bezeichnete die gemeinschaftliche Initiative als „richtungweisendes Projekt für die Stadt“ und versprach sich von der Digitalisierung „mehr Transparenz in Entscheidungsprozesse“. Konrad sah die Budgeterhöhung als „ersten Aufschlag“ und wünschte sich, dass es mit entsprechendem Marketing gelänge, die Stadtgesellschaft beim Thema Digitalisierung mitzunehmen.

Das Know how für die Positionierung Karlsruhes als Motor der Digitalisierung, sei „hier zu Hause“, die Einstufung der Digitalisierung als IQ-Korridorthema der Verwaltung richtig, war für KULT-Stadtrat Uwe Lancier die Budgeterhöhung „das Signal zum Loslegen mit der Digitalisierung der Stadt Karlsruhe“. Wie für FDP-Fraktionschef Tom Hoyem, der begrüßte, „das Thema jetzt ganzheitlich zu betrachten“ Ihre Zustimmung gaben auch die Stadträte Friedemann Kalmbach (Für Karlsruhe) und Jürgen Wenzel (Freie Wähler), der dafür warb, „die historische Chance zu nutzen“. Dr. Paul Schmidt (AfD), sprach sich für die Weiterentwicklung aus, wollte aber „nicht pauschal das Budget erhöhen“. Und Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz sprach von „einem guten Tag für Karlsruhe“, an dem sich die „Stadt in die richtige Richtung positioniert“.

Vorteil: Kurze Wege

Bereits im Vorfeld der Entscheidung hatte die Finanz- und Wirtschaftsdezernentin, die mit Martin Hubschneider ( CAS Software AG) und Prof. Dr. Thomas Hirth (KIT) den neu installierten dreiköpfigen Steuerkreis von karlsruhe.digital bildet, zusammen mit Hubschneider vor den Medien Zielsetzung, Struktur und Entwicklungen der Initiative erläutert. Danach bündelt karlsruhe.digital das Wissen von 150 Experten und vernetzt relevante Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung miteinander. Zu den Fokusthemen, die jetzt auf dem Weg zur „humanen Digitalisierung“, so Hubschneider, angegangen werden sollen, gehört das Gewinnen von Fachkräften, die Entwicklung und Ansiedlung von Unternehmen und die Kommunikation zur Gesamtpositionierung von karlsruhe.digital. Als gewaltigen Vorteil der Initiative sieht Luczak- Schwarz „die kurzen Wege und das Arbeiten auf Augenhöhe“. -trö-

 
 

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