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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Juli 2018

Nahverkehr: Landeshilfen für Verkehrsverbünde

STADT UND LAND, hier vertreten durch OB Mentrup (l.) und MD Lahl, wollen beim öffentlichen Nahverkehr noch stärker kooperieren. Foto: Fränkle

STADT UND LAND, hier vertreten durch OB Mentrup (l.) und MD Lahl, wollen beim öffentlichen Nahverkehr noch stärker kooperieren. Foto: Fränkle

 

Verkehrsverbünde, die Fahrkartenpreise signifikant reduzieren, um den öffentlichen Nahverkehr attraktiver zu machen, bekommen Landeshilfen. Das sagte Ministerialdirektor (MD) Prof. Uwe Lahl vom Landesverkehrsministerium vorige im Karlsruher Rathaus zu.

Das Land steuere über sechs Jahre im Mittel 15 Prozent der Einnahmenverluste bei, dann müssten die Kommunen das selbst finanzieren. Fusionieren mindestens zwei Verbünde, gibt es sogar im Schnitt 50 Prozent Unterstützung – erst volle, dann sinkende. „Wir haben eh vor, mit anderen Verbünden zu reden“, zeigte sich OB Dr. Frank Mentrup erfreut über Stuttgarts Rückenwind.

Angekündigte Vereinfachungen für den landesgrößten Verbund rund um die Hauptstadt sorgten im Vorfeld für Irritationen. Der zweitgrößte von 22 Verbünden im einhellig zu stark fragmentierten Land ist der Karlsruher Verkehrsverbund. „Man darf als Land nicht nur an Stuttgart denken“, unterstrich Lahl. Mentrup fand es „toll, dass Förderungen sich nicht nur nach Feinstaubbelastungen richten“. Stuttgart steht, anders als Karlsruhe, wegen Grenzwertüberschreitungen unter Druck, ein gestärkter öffentlicher Nahverkehr ist von allgemeinem Interesse.

Wesentlicher Faktor der Pläne: die Kombilösung. Dass das Land seine Förderung vertragskonform um rund 30 Millionen Euro auf dann wieder 20 Prozent des gewachsenen Gesamtvolumens erhöht, trug Lahl noch einmal voll mit. Der OB sicherte erleichtert zu, der Aufsichtsrat der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft prüfe weiter kritisch alle Ausgaben und etwa ästhetische Punkte, um weitere Steigerungen zu vermeiden.

Für das Großprojekt Rheinbrücken-Sanierung gebrauchte der MD bewusst das Kanzlerin-Wort „alternativlos“. Zugleich appellierte er, mindestens zwei Leute müssten künftig in jedem Auto sitzen. Um dramatischen Staus, die trotz der maximalen Aufstockung der Nahverkehrs-Optionen drohten, entgegenzuwirken. Über noch flexiblere Arbeitszeiten seitens der Arbeitgeber, Fahrgemeinschaften, P + R, gutes Miteinander, blickte Mentrup, sich der individuellen Last bewusst, „relativ entspannt“ voraus. -mab-

 
 

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