Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Juli 2018

Stadtgeschichte: Am Pult gestorben

JOSEPH KEILBERTH als junger Dirigent.  Foto. Stadtarchiv

JOSEPH KEILBERTH als junger Dirigent. Foto. Stadtarchiv

 

Joseph Keilberths Tod liegt 50 Jahre zurück

Während er den zweiten Akt seiner Lieblingsoper Tristan und Isolde in der Staatsoper München dirigierte, starb Joseph Keilberth am 20. Juli 1968 am Pult. Das gleiche Schicksal hatte bereits 57 Jahre zuvor seinen ebenso legendären Kollegen Felix Mottl getroffen.

In Karlsruhe am 19. April 1908 als Sohn des Solocellisten der Badischen Staatskapelle geboren, scheute er im Gegensatz zu dem 14 Tage älteren Herbert von Karajan die Öffentlichkeit. Musikalisches Arbeiten verstand er als Dienst am Werk, den der philosophisch und literarisch Interessierte auch beim Austausch mit Freunden und der Familie fortsetzte: „Ich glaube nicht, dass es primär auf die Brillanz ankommt, ich glaube, dass es auf den Geist und die Hingabe ankommt“, war sein Credo. Gewidmet hat er sich vor allem Mozart, Beethoven, Strauss, Weber, Pfitzner, Wagner und Hindemith. Mit Karajan und Otto von Klemperer gehörte er zu den drei großen K der Musikszene, verehrt von deren Mitgliedern.

Die Sopranistin Birgit Nilsson schwärmte: „Mit Keilberth zu singen, war, als schwebe man auf Wolken.“ Begonnen hatte der Helmholtz- und Konservatoriumsschüler,  der Cello, Klavier und  Komposition studierte, später noch Oboe und Horn lernte, als Korrepetitor am Landestheater Karlsruhe. 1935 setzte  er sich als dessen jüngster Generalmusikdirektor (GMD) gegen Karajan durch.  Bereits 1940 wurde er  auf Empfehlung Furtwänglers Chef des deutschen Philharmonischen Orchesters Prag, aus dem nach dem Krieg die Bamberger Symphoniker hervor gingen.

1945 Musikchef in Dresden, 1951 des Hamburger Philharmonischen Staatsorchesters, holte ihn Wieland Wagner bis 1956 zweimal für den Ring und mehrere Opern nach Bayreuth. Neben weiteren Festspielengagements in Salzburg, Luzern und Edinburgh, stand er seit 1959 auch an der Spitze der Münchner Staatsoper, wo er etwa mit seiner Interpretation der Arabella von Richard Strauss begeisterte. -cal-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe