Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Juli 2018

Wildparkstadion: Finale Bauentscheidung steht bevor

Gemeinderat beschließt Rückbau der Erdwälle und Provisorien für den Spielbetrieb

Im Herbst 2018 soll der endgültige Auftrag für den Vollumbau des Wildparkstadions an ein Unternehmen beschlossen werden. Die Bieter wurden in dieser Woche aufgefordert, ihr letztes verbindliches Angebot vorzulegen.

Zu überarbeiten ist nochmals das Vertragswerk mit dem KSC, nicht zuletzt weil der Bau des Hospitality-Parkhauses aus der städtischen Vergabe herausgenommen und dem Verein überlassen wurde. Die Stadt wiederum sorgt vorab für eine kampfmittelfreie Baufläche und für die Fortsetzung des Spielbetriebes in der Bauphase. Damit dies unter der Regie des Eigenbetriebs „Fußballstadion im Wildpark“ weiter laufen kann, stimmte der Gemeinderat auf seiner jüngsten Plenarsitzung ohne Gegenstimmen dem Jahresabschluss des Eigenbetriebes 2017 und einer Anpassung des Geschäftsbesorgungsvertrags zu.

Mit jeweils 16 Gegenstimmen wurde mehrheitlich beschlossen, die Bietergemeinschaft Porr Umwelttechnik Deutschland GmbH/ BST Becker Sanierungstechnik gmbH mit dem Rückbau den Stadionwälle einschließlich der Nord- und Südkurve sowie der Kampfmittelbeseitigung zum Angebotspreis von 4,792 Millionen Euro beauftragen. Ein weiterer Auftrag über 2,430 Millionen Euro geht an die Firma Nüssli Deutschland GmbH, um während der Kampfmittelerkundung mit temporären Tribünen jederzeit 15.000 Zuschauerplätze zur Verfügung zu haben. Bei beiden Aufträgen gibt es vorbehaltlich der endgültigen Beschlussfassung für das Gesamtprojekt bis zum 31. Oktober 2018 ein Rücktrittsrecht.

„Es geht weiter in die richtige Richtung“, lobte Detlef Hofmann (CDU) insbesondere die transparente Vorgehensweise. „Erstmals gibt es positive Meldungen zum Budget“ nahm Hofmann zur Kenntnis, dass die Gesamtauftragssumme für die Vorabmaßnahmen rund 4 Millionen Euro unter der Kostenberechnung liegt. Zahlen, die auch den SPD-Fraktionsvorsitzenden Parsa Marvi optimistisch stimmten, ebenso im Prüfverfahren für das Gesamtprojekt im Kostenrahmen zu bleiben. „Wir lehnen die Gesamtmaßnahme weiterhin ab“, hielt Ekkehard Hodapp für die GRÜNE-Fraktion fest und fand es ebenso wie der KULT-Fraktionsvorsitzende Erik Wohlfeil bemerkenswert, dass der Karlsruher SC einen Erbbaurechtsvertrag benötige, um als kreditwürdig für den Bau des Parkhauses eingestuft zu werden. „Es wird nicht billiger, sondern nicht zusätzlich teurer“, sah Wohlfeil weiterhin „große finanzielle Risiken für Stadt und Bevölkerung“.

„Wir stehen zum KSC, wir stehen zum Stadion“, machte Thomas H. Hock die FDP-Linie klar. Während Hock Eigenbetrieb und Verwaltung eine „prima Vorarbeit“ attestierte, sah Dr. Paul Schmidt (AfD) den Informationsfluss als „nicht transparent“, den beim Erdmaterial zu entsorgenden Anteil als zu niedrig an. „Das Stadion mit allem drum und dran wird nicht unter 200 Millionen Euro kosten“ sprach Niko Fostiropoulos (Die Linke) von schön gerechneten Kosten und einem „Bau für einen Gewerbebetrieb“.

„Drei Millionen weniger Kosten ergibt sich aus weniger Leistung“, konterte Lüppo Cramer (KULT) die Einschätzung Friedemann Kalmbachs (FÜR Karlsruhe), wonach es sich als klug erwiesen habe, die Wälle aus dem Gesamtauftrag herauszunehmen. „Es wurde ausgeschrieben wie vereinbart. Ob es soviel kostet wird sich zeigen. Deshalb ist es sinnvoll die Einsparung zunächst als Reserve bereitzuhalten, hielt dem Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup entgegen. -fis-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe