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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. Juli 2018

Schülertage: Für Toleranz und Dynamik

„WASSER MARSCH“: Ein Schülertage-Kurs zeigte grob, wie sich der Lebensquell etwa aus Schlamm, Stroh, Asche mit Sand filtern lässt. Foto: Fränkle

„WASSER MARSCH“: Ein Schülertage-Kurs zeigte grob, wie sich der Lebensquell etwa aus Schlamm, Stroh, Asche mit Sand filtern lässt. Foto: Fränkle

 

Schülertage sollen gesellschaftlichen Horizont weiten

Faire Arbeitsbedingungen durch fairen Handel, Toleranz für alle Völker, Religionen und Geschlechter, sauberes Trinkwasser als begehrte Lebensgrundlage: Traditionell kurz vor den Sommerferien waren Schüler ab Klasse acht aufgerufen, über solche Themen und Losungen bei den Schülertagen mitzuwirken. Beim Zirkus Maccaroni (Otto-Dullenkopf-Park) schien die Eine Welt in manch Debatte und Aktion ein Stück weit Realität zu werden. Das Motto: „Macht>Jugend>Mehr“.

In vier Tagen insgesamt gut tausend und allein Donnerstag voriger Woche rund 250 Schülerinnen und Schüler kamen zusammen, was Bürgermeister Klaus Stapf sehr freute. Bei bislang insgesamt 15 Schülertagen schaute er im elften und für ihn letzten Jahr gern vorbei. Es sei global betrachtet wieder ein ganz bezeichnendes für den Klimawandel. „Seid nicht so ignorant, wie es meine Generation ist“, appellierte er an die jungen Menschen, um deren Zukunft es gehe.

Was sich gegenwärtig an internationaler Solidarität entfalte, sei ein Trauerspiel. Manch Rollenspiel der Schülertage sollte zusätzlich die Augen öffnen. „Aufstehen gegen Rassismus“, forderte nicht nur Stapf, sondern war Titel eines Workshops, um „Stammtischkämpfer“ zu formen. Diplom-Psychologe Peter Hild zufolge ist bei extremen Parolen die Inhalts- von der Beziehungsebene zu unterscheiden. Fest in ihrem Weltbild Verfangene bekehren zu wollen, bleibe vergeblich. Ansonsten gelte es, Widersprüche und Fakten aufzuzeigen, das Gegenüber aber nicht als Person abzuwerten; Respekt wahren und vorleben. On- wie Offline-Selbstverteidigung widmete sich ein weiteres von 22 Angeboten, das Kampfsport mit Medienkompetenz verwob. Während im Wechsel einige auf Matten lernten, sich zu wehren, erfuhren andere Erhellendes über Fake News und die Gefahr der Preisgabe persönlicher Daten.

Schubladendenken überwinden helfen wollte auch „90-60-90?“, LA ViE half beim Mut zum sexuellen Bekenntnis, die Europawahl wurde ebenso behandelt wie der Klimawandel. Da körperliche Beweglichkeit neben geistiger wichtig bleibt und diese unterstützt, gab es auch einen Parkour-Kurs und einen zirzensischen mit Artisten aus Nicaragua. Wie Trickfilme à la Daumenkino mit dem iPad entstehen können, war des Weiteren zu lernen. -mab-

 
 

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