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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 3. August 2018

Schlosslichtspiele: Hochkultur trifft Hochtechnologie

Powerfrauen, Käpsele, Talente: All die und mehr soll die laufende Personalkampagne animieren, sich bei der Stadt zu bewerben; Teil der Werbebotschaften zwischen Schlosslichtspiele-Shows. Foto: Fränkle

Powerfrauen, Käpsele, Talente: All die und mehr soll die laufende Personalkampagne animieren, sich bei der Stadt zu bewerben; Teil der Werbebotschaften zwischen Schlosslichtspiele-Shows. Foto: Fränkle

"Hands-on" von Jonas Denzel zählt zu den vier neuen Shows neben einem Dutzend Schlosslichtspiele-Klassiker. Der Karlsruher erzeugte dazu Klänge an Schlossbauteilen und mit Körperpercussion. Foto: Fränkle

"Hands-on" von Jonas Denzel zählt zu den vier neuen Shows neben einem Dutzend Schlosslichtspiele-Klassiker. Der Karlsruher erzeugte dazu Klänge an Schlossbauteilen und mit Körperpercussion. Foto: Fränkle

 

Vierte Schlosslichtspiele locken schon am ersten Wochenende 40000 Besucher an

Neben drei ungarischen Neuheiten animiert Show eines Karlsruhers zum Mitklatschen

Nach Bädern und Seen einer der weiter beliebtesten Orte dürfte der Schlosspark sein. Auch und gerade nach Sonnenuntergang, wenn schillernde Projektionen zu kraftvoller Musik die Fassade erhellen. Die Schlosslichtspiele bleiben ein Magnet: Rund 40000 Besucher schauten am vergangenen Premieren-Wochenende der vierten Saison zu.

Erfrischend wirkt das Ganze nicht nur wegen der Wasserszenen samt eines Segel setzenden Schiffs. Auch der Karlsruher Medienkünstler Jonas Denzel begeistert mit seiner ersten eigenen Show "hands-on": Deren Klänge basieren auf an Schlossbauteilen erzeugten Geräuschen. Das Licht scheint in Fenstern anzugehen, die eine der vielen übergroßen Hände bald als Pianotasten gebraucht. Das Klatschen und Schnipsen animiert wie erhofft, Rhythmen werden zum Spielball zwischen Publikum und Darbietung. Magische Momente versprechen Karlsruhe Marketing und Event GmbH (KME) und Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) noch bis zum 9. September, für zwei Wochen ab heute täglich - mit Ausnahme der morgigen Museumsnacht - von 21.30 bis 23.30 Uhr.

"Zu Tränen gerührt" war ZKM-Leiter Prof. Peter Weibel als Kurator, OB Dr. Frank Mentrup bekam "eine Gänsehaut", als das nicht wegzudenkende "300 Fragments" Samstag den Auftakt markierte. Im Technikraum drückten beide dazu sekundengenau die Starttaste. Der Hommage der ungarischen Künstlergruppe Maxin10sity an Karlsruhe folgte ihr neues Werk "I'MMORTAL" (Wortspiel zwischen "Ich bin sterblich" und "Unsterblich") mit projizierter fesselnder Akrobatik echter Artisten. Ungarn liefern mit "The Object of the Mind" von Global Illumination und "Memories" von Pionier László Zsólt Bordos zwei weitere Neuheiten. Ersteres vor allem passt zur digitalen Hochburg Karlsruhe, widmet sich der steten, kolossalen Entwicklung von Maschinen, Datenträgern, Codes. Weibel zufolge ist alles eine einmalige, von Sydney bis L.A. beachtete "Begegnung von Hochkultur und Hochtechnologie". Das Publikum schätze es, "mehr als Spektakel" zu erleben.

Als Dauerinstitution erachtet auch Mentrup die Schlosslichtspiele. Sie schenkten der Stadt zum 300. Geburtstag "einen wunderbaren Heimatort" neu, belebten ihn immer wieder, lockten viele aus Region und Ausland ebenso. Dank des ZKM "als Garant" eines atemberaubenden Programms mit der KME. Denzel war 2015 als ZKM-Volontär überrascht, einen Trailer fertigen zu sollen, fing Feuer und startete nun richtig durch. Wer einen eigenen kleinen Beitrag zum Erhalt leisten möchte, kauft ein Armband für fünf Euro. -mab-

 
 

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