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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. August 2018

Mobilität: Klimatisierung der Bahnen

Keine kühlen Wunder, aber auch keine rollende Sauna

Das kollektive Schwitzen wie auf der Arbeit, der Straße, daheim, bleibt in Bahnen von Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und Verkehrsbetrieben Karlsruhe (VBK) nicht aus.

Viele Mitfahrende erkundigten sich zuletzt nach der Klimatisierung und wünschten mehr. Das Thema beschäftigt AVG und VBK schon länger - und: Neufahrzeuge (Citylink NET 2012 und ET2010), die sukzessive die älteren Bahnen ersetzen, sind vollklimatisiert. Die Klimaanlage verteilt über Lüftungsschlitze in der Deckenverkleidung kühlere Luft. Bei rund 40 älteren Fahrzeugen, teils 20 Jahre alt und absehbar auf dem Abstellgeleis, sodass sich Nachrüsten nicht mehr rentiert, gibt es die Kühleinrichtung nur im C-Teil in der Fahrzeugmitte.

Die Klimaanlage in den modernen Bahnen steuert nicht der Fahrer, sondern eine zentrale Software. Sie kühlt in der Regel ab 21 Grad auf vier Grad unter Außentemperatur. "Wenn man den Fahrgastraum zu stark herunterkühlt, würden das viele Fahrgäste als sehr unangenehm finden", und ein zu starker Unterschied zwischen drinnen und draußen führte häufig zu Erkältungen, erklärt Projektleiter Thorsten Erlenkötter zur Schwierigkeit einer für alle angenehmen Lösung. Eine allgemeine Wohlfühltemperatur gibt es nicht. Gerade in Karlsruhes Innenstadt kommt hinzu, dass durch die vielen, dicht aufeinander folgenden Stopps kalte Luft entweicht und heiße hineinströmt. Auf langen AVG-Fahrten kann sich die Abkühlung besser entfalten. Zugleich produziert jeder Fahrgast selbst rund 100 Watt Eigenwärme. Erlenkötter, für die neuen Bahnen verantwortlich: "Wir können leider keine kühlen Wunder vollbringen, aber versuchen alles, damit die Bahn nicht zur rollenden Sauna wird." -red-

 
 

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