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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. August 2018

Stadtwerke: Klimaneutrales Wasser

Hohe Trinkwasserqualität und Versorgungssicherheit bieten die Karlsruher Wasserwerke in den nahen Waldgebieten. Das bestätigten (von links) Dr. Matthias Maier und Wolfgang Deinlein. Foto: Fränkle

Hohe Trinkwasserqualität und Versorgungssicherheit bieten die Karlsruher Wasserwerke in den nahen Waldgebieten. Das bestätigten (von links) Dr. Matthias Maier und Wolfgang Deinlein. Foto: Fränkle

 

Nachhaltige Qualität bei der Versorgung

Keine Knappheit erwartet / App hilft an heißen Tagen

Als erster deutscher Wasserversorger liefern die Stadtwerke Karlsruhe ein vollständig klimaneutrales Trinkwasser. Das bedeutet, dass die Wasserversorgung von der Grundwasserförderung bis zum Wasserhahn ohne schädliche Treibhausgasemissionen abläuft.

Bei einem Pressegespräch auf der Durlacher Turmbergterrasse berichtete Dr. Matthias Maier, Leiter des Bereichs Trinkwasser, von den einzelnen Schritten zur sogenannten Klimaneutralstellung. Mit einem zertifizierten Energiemanagementsystem sei zunächst der Stromverbrauch kontinuierlich gesenkt worden. Der verbleibende Bedarf werde mit Ökostrom gedeckt, der durch das "ok-power-Siegel" zertifiziert ist. Allein hierdurch würden jährlich mehr als 4000 Tonnen CO2 vermieden, hieß es im Gespräch. Bei den restlichen fünf Prozent des Energiebedarfs, wie sie bei der Nutzung von Dienstfahrzeugen und Notstromaggregaten oder bei der Heizungswärme erforderlich ist, gleiche man den Ausstoß über Zertifikate des Karlsruher Klimaschutzfonds aus. Hierbei würden lokale Projekte sowie streng überwachte Aufforstungsmaßnahmen in Regenwäldern Ecuadors unterstützt.

Trotz dieses zusätzlichen Engagements entstünden bei der Wassernutzung aber keine höheren Kosten. "Wir führen ganz bewusst keinen Sondertarif ein", betonte Maier diesbezüglich, man wolle einfach "als Unternehmen für den Klimaschutz da sein". Das könnten indes auch all diejenigen, die auf Leitungswasser umsteigen. Im Vergleich zum CO2-freien Angebot aus dem Hahn, läge der Ausstoß bei einem Liter Mineralwasser bei rund 200 Gramm. Hinzu kämen große Mengen an Müll und die nötigen Lastwagen-Transporte.

Auch die Qualität des Karlsruher Wassers sei besonders hoch, hieß es von Seiten des Wasserversorgers. In den Waldgebieten der Förderung gebe es "keine Belastungen mit naturfremden Stoffen", so Maier. Hinzu kämen mehr als 10000 jährliche Untersuchungen. Um Keimbelastungen vorzubeugen, sollte Wasser bei längerer Nichtbenutzung jedoch erst einige Zeit laufen gelassen werden, empfahl Wolfgang Deinlein vom Bereich Qualitätssicherung. Auch bei anhaltender Trockenheit werde es im Übrigen nicht zu Wasserknappheit kommen, betonten die Experten. Nur ein Drittel der regionalen Grundwasserneubildung werde für die Trinkwassergewinnung genutzt.

Wer im Stadtgebiet unterwegs ist, muss übrigens nicht auf frisches Leitungswasser verzichten, denn überall in Karlsruhe sind öffentliche Trinkwasser-Brunnen aufgestellt. Wo sich der nächste befindet, kann bequem und standortbasiert mit der kostenlosen Handy-App "Trinkwasser Karlsruhe" herausgefunden werden. -gem-

 
 

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