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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. August 2018

25 Jahre Ständehaus: Demokratiegeschichte und Bildungsgerechtigkeit

EIN  REICHHALTIGES KULTURELLES PROGRAMM war Teil des Jubiläumsfests. Zinzi und Evertjan begeisterten das Publikum im Ständehaussaal. Auch Zauberei und Buch-Dating gehörten dazu. Foto: Knopf

EIN REICHHALTIGES KULTURELLES PROGRAMM war Teil des Jubiläumsfests. Zinzi und Evertjan begeisterten das Publikum im Ständehaussaal. Auch Zauberei und Buch-Dating gehörten dazu. Foto: Knopf

 

Zentralbücherei und Parlaments-Gedenkstätte als Erfolgsmodell

Ein stolzes Jubiläum galt es kürzlich zu feiern: 25 Jahre Neues Ständehaus, früher Ort des badischen Parlaments. Hier wurden einst Debatten geführt, die ihrer Zeit in Deutschland weit voraus waren.

Dass so ein Jubiläum mit Stadtbibliothek und Erinnerungsstätte Ständehaus durchaus auf der Höhe der Zeit gefeiert werden kann, demonstrierten Akrobatik, Speed-Dating mit dem Lieblingsbuch, Zauberei, Jazz-Klänge, eine Retro-Foto-Maschine und Mundartlesungen wie die Ausstellung „Fotos und Fakten“. Das Intro für das Hausfest übernahmen OB Dr. Frank Mentrup, die Leiterin der Stadtbibliothek, Andrea Krieg, und Stadtarchivleiter Dr. Ernst-Otto Bräunche in einem lockeren Talk unter dem Slogan „Vergangenheit trifft Gegenwart für die Zukunft“. Bräunche erinnerte daran, dass das Ständehaus einst das erste deutsche Parlamentsgebäude auf deutschem Boden war und die badische Verfassung die freiheitlichste im frühen 19. Jahrhundert auf deutschem Boden. Er erinnerte auch daran, dass das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Gebäude der „prominenteste Parkplatz“ der Stadt war und nach ursprünglicher Absicht ein Ärztehaus angesiedelt werden sollte.

Die Stadtbibliothek wiederum hatte vor ihrem Umzug ihren Standort am Marktplatz. „Die aktuelle Lage ist toll. Wir haben viel Publikumsverkehr, zudem sind wir in einem Ort der Demokratiegeschichte untergebracht, der für Meinungsfreiheit und Bildungsgerechtigkeit steht“, betonte Krieg. Rund 220.000 Besucher nutzen die Einrichtung pro Jahr, leihen Bücher aus, nutzen Medien wie DVDs, E-Books oder CDs, Laptop-Arbeitsplätze, das Internet oder das vielfältige Zeitungsangebot. Mentrup, der die Runde moderierte und Präsident des Bibliotheksverbands Baden-Württemberg ist, nannte es eine wichtige Aufgabe, „Bibliotheken für alle Bevölkerungsgruppen attraktiv zu halten“.

Angerissen wurde die aktuelle Diskussion, ob die Zentralbibliothek an den Kronenplatz ziehen soll, um zum einen die östliche Innenstadt attraktiver zu gestalten und zum anderen die Bibliothek wieder mit der Jugendbibliothek (Standort Prinz-Max-Palais) zu vereinen. „So ein Bürgerzentrum könnte auch die Literarische Gesellschaft oder das Centre Culturel Franco-Allemand umfassen. Ein Ort für neue Medien ebenso wie zum Hausaufgaben machen und generell zur Begegnung“, warf das Stadtoberhaupt einen Blick in eine mögliche Zukunft – inklusive 24-Stunden-Ausleihe. Als „Erfolgsmodell“ bezeichnete Bräunche die Kooperation von Bibliothek und Landtagsgeschichte. „Demokratiegeschichte mit einer hochdemokratischen Einrichtung, die Medien für alle bereit stellt – hier sind Tradition und Gegenwart vereint. Besser geht es eigentlich gar nicht.“ -voko-

 
 

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