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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. August 2018

Forst: Hitze bedroht Karlsruher Fichten

HUNDERTE LARVEN des Borkenkäfers entwickeln sich allein in diesem kleinen Stück Fichtenrinde, das Revierleiter Bernd Struck hält. Foto: Fränkle

HUNDERTE LARVEN des Borkenkäfers entwickeln sich allein in diesem kleinen Stück Fichtenrinde, das Revierleiter Bernd Struck hält. Foto: Fränkle

 

Von der anhaltend trockenen und heißen Witterung ist auch der Karlsruher Wald betroffen. Viele Laubbäume werfen vorzeitig ihre Blätter ab, um den Wasserverbrauch zu reduzieren.

Vor allem die Fichten der Vorbergzone leiden jedoch massiv unter dem Befall durch Borkenkäfer. Der sogenannte Buchdrucker verursacht das schnelle Absterben einzelner Bäume und ganzer Baumgruppen, die sich aufgrund der Trockenheit nicht durch vermehrte Harzbildung schützen können. Die Larven des Borkenkäfers entwickeln sich zwischen Rinde und Holz und bilden ein typisches „Fraßbild“. Durch das Einbohren des Käfers entsteht Bohrmehl, das ähnlich wie Kaffeepulver aussieht. Es fällt herunter und ist dann im Bodenbereich um den Stamm zu sehen.

Anschließend fallen Nadeln ab, im oberen Kronenbereich löst sich später die Rinde. Als einzige mögliche Gegenmaßnahme bleibt der Einschlag der befallenen Bäume – solange die Jungkäfer der neuen Generation noch nicht ausgeflogen sind. Um die Larven und Jungkäfer abzutöten und damit weiteren Befall gesunder Bäume zu verhindern, gibt es nur wenige Möglichkeiten, etwa die Entrindung des Holzes von Hand oder maschinell, die Behandlung des Holzes mit zugelassenen Insektiziden oder eine schnelle Abfuhr außer Reichweite von Fichten.

Die Insektizid-Behandlung ist im Stadtgebiet Karlsruhe ausgeschlossen, deshalb wird befallenes Holz in die Laubwälder transportiert und dort bis zum Verkauf gelagert. Da zurzeit überall im Land und auch in anderen Bundesländern erhebliche Borkenkäferprobleme bestehen, sind die Verkaufs- und Abfuhrmöglichkeiten momentan  jedoch begrenzt. Sind die Jungkäfer der neuen Generation bereits ausgeflogen, bleiben die toten Bäume erst einmal noch stehen. Von ihnen geht keine Gefahr mehr aus. Mittelfristig werden die Fichten in den Karlsruher Wäldern verschwinden, denn der Klimawandel ermöglicht der Baumart hier keine Überlebenschance mehr. -red-

 
 

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