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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 31. August 2018

Stadtgeschichte: Ruf durch exquisite Schulbauten

ARCHITEKT Heinrich Lang im Jahre 1891.  Foto: Stadtarchiv

ARCHITEKT Heinrich Lang im Jahre 1891. Foto: Stadtarchiv

 

Vor 125 Jahren starb der Architekt, Baurat und Hochschullehrer Heinrich Lang

Obgleich noch zahlreiche seiner Bauten stehen, ist der Name dieses wichtigen Karlsruher Baumeisters des 19. Jahrhunderts nahezu vergessen. Heinrich Lang war Schüler von Heinrich Hübsch und Friedrich Eisenlohr, von denen er sich durch die Übernahme der in Mode gekommenen Neorenaissance emanzipierte.

Noch stehende Bauten sind vor allem sein Hauptwerk bildende Schulen wie etwa das Lehrerseminar I (Altbau Pädagogische Hochschule) von 1870, die Höhere Bürgerschule (Kant-Gymnasium) von 1873, das Realgymnasium (Ludwig-Erhard-Schule) von 1875 oder die Höhere Mädchenschule (Fichte-Gymnasium) von 1878. Auch Hotel- und Wohnhaus- sowie Gewerbebauten oder Krankenhäuser in verschiedenen badischen Städten gehen auf ihn zurück. Anders als die Ära Weinbrenner war seine Schaffenszeit nicht mehr der einheitlichen Stadtentwicklung verpflichtet, sondern auch wegen der zahlreichen privaten Interessen der sich wuchernd ausdehnenden Stadt auf Einzelbauten ausgerichtet.

1824 in Neckargemünd geboren, trat Lang 1842 in die Bauschule des Karlsruher Polytechnikums ein, seit 1865 Technische Hochschule (TH). 1846 Hilfslehrer und 1850 Assistent am Polytechnikum, wurde der überragende Theoretiker und Praktiker dort 1855 zum Professor ernannt. Einen Ruf an die Polytechnische Schule in Stuttgart 1868 lehnte Lang ab, wurde dafür zum Baurat der umstrukturierten Großherzoglichen Baudirektion berufen, was die Überwachung staatlicher Bauaufgaben in ganz Baden bedeutete.

Trotz verantwortungsvoller Lehrtätigkeit führte er noch ein Privatbüro. Bis zu seinem Tod verantwortete Lang alle Baumaßnahmen der sich vergrößernden TH. Erfolglos war er 1872 zusammen mit seinem Schüler Josef Durm beim Wettbewerb für das Reichstagsgebäude in Berlin. Überragende Qualität kam dem Baumeister beim Schulbau zu, weil er die Erfordernisse des reformierten Bildungswesens mustergültig in funktionale Architektur umsetzte. Der national und international Ausgezeichnete starb am 4. September 1893. -jsk-

 
 

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