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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. September 2018

Magistrale: Position als Drehkreuz festigen

DRUCK AUF BAHN UND POLITIK aufrechterhalten für optimierte Infrastruktur wollen (v. l.) OB Mentrup und Landrat Schnaudigel. Foto: Fränkle

DRUCK AUF BAHN UND POLITIK aufrechterhalten für optimierte Infrastruktur wollen (v. l.) OB Mentrup und Landrat Schnaudigel. Foto: Fränkle

Karte

 

Viele internationale Wege führen über Karlsruhe und sollen ausgebaut werden / Stadt und Kreis ziehen an einem Strang und erhoffen Perspektiven durch nahe Beschlüsse

Karlsruhes Bedeutung und Anspruch als internationales Drehkreuz vor allem der Schiene thematisierten Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und Landrat Dr. Christoph Schnaudigel vorige Woche im Pressegespräch. Mit Blick auf Weichenstellungen im Herbst.

Viele Metropolen (siehe Karte und Tabellen) werden binnen Stunden erreicht. Wo sich zwei entscheidende transeuropäische Verkehrskorridore vom Oberrhein bis zum Schwarzen Meer und von der Rheinmündung bis nach Oberitalien kreuzen, haben Stadt und Region prädestiniert Interesse, den Status zu stärken. In lokaler, regionaler und (inter)nationaler Ausrichtung, „und damit wir diesen wichtigen Standortvorteil, den wir hier logistisch haben, ausbauen können“, erklärte Mentrup.

Kommenden Montag empfängt Schnaudigel Vertreter aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz samt Landesverkehrsminister Winfried Hermann zu einem runden Tisch, bei dem es um bessere Abstimmung zwischen Landes- und kommunalen Gremien geht. Im Vorfeld machten die Oberhäupter von Stadt und Kreis klar, dass sie an einem Strang ziehen. Die bis Monatsende erwartete Knotenstudie Mannheim soll Erkenntnisse zu Neu- und Ausbauperspektiven von der Kurpfalz bis Karlsruhe und weiter bringen. Dann solle trotz aller Betroffenheit keine Trassenlösung gegen die andere ausgespielt werden und bleibe Bürgerbeteiligung für beide Ebenen elementar.

„Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir hier dringend Ausbau brauchen, um nicht nur den Staus auf der A5 hinterherzujagen“, betonte der OB. Der Landrat sagte: „Das Beste wäre, wir bekommen Neubaustrecken plus Lärmschutz im Bestand.“ Dessen Bedeutung unterstrich Mentrup angesichts von Belästigungen, „die eigentlich unzumutbar sind“, teils seit Jahrzehnten bestehen. Ebenso lange seien „attraktive Alternativen auf der Schiene“ zum stetig wachsenden Straßengüterverkehr „sträflich vernachlässigt“ worden.

„Trassen legt letztlich der Bundestag fest, darum ist Interessenvertretung notwendig“, erläuterte Mentrup. Und: „Was uns von West nach Ost recht ist, ist uns von Nord nach Süd billig.“ Für Ersteres gelte es, nie nachzulassen im Ringen um die Vervollständigung des Hochgeschwindigkeitskorridors von Paris bis Bratislava/Budapest. Wie die Internationale Allianz für den Rhein-Alpen-Korridor soll auch die multinationale Initiative „Magistrale für Europa“, der er vorsteht, als Europäischer Verbund für territoriale Zusammenarbeit im Sinne von Wahrnehmung und Schlagkraft institutionalisiert werden.

Der wichtige Lückenschluss Appenweierer Kurve ist im Bundesverkehrswegeplan nur beim potenziellen Bedarf vermerkt. Dessen Maßnahmen sollen auch bis Monatsende geprüft worden sein. „Das wird nie was, wenn es nicht in den vordringlichen Bedarf kommt“, mahnte der OB. Die Entwicklung von Alternativen, durch Rastatts Tunnelhavarie mit wochenlangem Stillstand als dringend belegt, könnte im Schlichtungsverfahren zwischen Bahn und Baufirmen untergehen, befürchte er. Linksrheinische Optionen, auch schon beinahe stillgelegte im Nordelsass, müssten in Angriff genommen werden.

Ebenso überfällig ein Stellwerk in Wörth, um die Taktung zur Pfalz zu verbessern. Hier kann PAMINA mit Mobilitätsplan einwirken, wie das näher gerückte Reaktivieren der Linie Rastatt – Haguenau zeige. Sie ist unter rund 400 ungenutzten / nicht vorhandenen Grenzverbindungen in einer Studie der Europäischen Kommission einer von 15 Missing Links. Dass etwa Lokführer kaum oder nur mit hohen Auflagen im Ausland fahren dürften, sei nicht zeitgemäß. Zugleich: „Wenn wir in Deutschland nicht in die Pötte kommen, hat das internationale Konsequenzen.“ -mab-

 
 

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