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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. September 2018

Naturschutz: Pflegende Schilfmahd

Stadt weist Kritik an Maßnahme in der Burgau zurück

Die Naturschutzverwaltung der Stadt Karlsruhe weist die in der vergangenen Woche aufgekommene Kritik an der Schilfmahd im Naturschutzgebiet Burgau zurück. Die Pflegemaßnahme sei schon länger vorgesehen und in der Vergangenheit vielfach, auch mit Vertretern des NABU, besprochen worden.

Auf die problematischen Arbeiten eingehend, erklärte die Naturschutzverwaltung, dass die Schilfflächen in der Burgau nur bei entsprechender Witterung gepflegt werden könnten. Üblicherweise geschehe dies im Winter bei tragfähigen, gefrorenen Böden. Solche Winter würden in der Rheinebene jedoch immer seltener und so habe man die Arbeiten in den vergangenen Jahren nicht durchführen können. Durch die Witterung im August und den niedrigen Wasserstand wären die Flächen im betroffenen Gebiet aber weitestgehend trockengefallen und somit schadlos befahrbar gewesen.

Daher habe man sich in Absprache mit dem Karlsruher Regierungspräsidium, der zuständigen höheren Naturschutzbehörde, dazu entschieden, die notwendigen Pflegearbeiten umgehend umzusetzen. Es sei dabei nicht nur möglich gewesen, das Schilf ohne Flurschäden zu mähen, sondern auch die entstandene Mahd abzutragen, um die benötigten Übergangsbereiche von Wasserzone zu Schilf zu schaffen.

Die Naturschutzverwaltung wies zudem darauf hin, dass keine negativen Auswirkungen auf die Schilfbewohner entstünden. Mitte August hätten alle schilfbrütenden Arten ihr Brutgeschäft beendet und aufgrund der Witterung sei in diesem Jahr alles "etwas früher dran", weswegen auch keine Nachbruten zu erwarten gewesen seien. Es bliebe zudem genügend Schilfbestand übrig, um weiterhin ausreichend Schutz zu bieten. Da es sich um eine schnellwachsende Pflanzenart handele, würden weite Teile des gemähten Bereichs zudem schnell wieder nachwachsen. Auch für die betroffenen Vogelarten seien die Maßnahmen förderlich, da sie vom entstandenen Strukturreichtum profitierten. Zur weiteren Optimierung des Lebensraumes sei von der Naturschutzverwaltung zudem geplant, gemähte Schneisen nachzumodellieren, um damit kleine, wasserführende Bereiche zu schaffen.

Des Weiteren stelle die hohe Wildschweinpopulation - an einem Abend seien 40 Exemplare gezählt worden - eine erhebliche Beeinträchtigung des gesamten Schilfbestandes dar, so die Naturschutzverwaltung weiter. Insbesondere Bodenbrüter, wie beispielsweise die streng geschützte Rohrweihe, seien davon betroffen. Wildschweine zerstörten außerdem Schilf und angrenzende, ökologisch hochwertigen Wiesen. Die Förderung der Schwarzwildbejagung diene aber nicht nur der Biodiversität, sondern auch der Wildseuchenprävention gegen die Afrikanische Schweinepest. Aus diesem Grund empfehle auch das Land Baden-Württemberg eine deutliche Reduzierung der Population. Hier zeigten sich bereits erste Erfolge. Neun Wildsauen seien geschossen worden, fünf davon auf genau den Schneisen, die Kritiker für nicht geeignet hielten.

Die Naturschutzverwaltung betonte abschließend, dass kein Schlag gegen den Artenreichtum in der Burgau praktiziert worden sei, sondern eine umsichtige Pflegemaßnahme mit biodiversitätsfördernder Wirkung, zugunsten einer nachhaltigen Entwicklung des Schutzgebietes. -red / gem-

 
 

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