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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. September 2018

Stadtarchiv: Urkunden gerettet

Die GRÖSSTE nun wieder faltbare  Urkunde(1749) präsentiert Dr. Dort. Diese legitimiert eine uneheliche, fürstliche Tochter. Foto: Sandbiller

Die GRÖSSTE nun wieder faltbare Urkunde(1749) präsentiert Dr. Dort. Diese legitimiert eine uneheliche, fürstliche Tochter. Foto: Sandbiller

 

Stadtarchiv ließ Durlacher Archivalien restaurieren

Der Schatz ist gesichert. Allen voran die 106 ältesten Urkunden, sind inzwischen alle 12.000 Durlacher Archivalien restauriert. Der umfangreichste Bestand aus einem Karlsruher Stadtteil geht bis in das Spätmittelalter zurück. Und ist gleichzeitig der wertvollste.

Daher wurden die Originale nicht nur professionell hergerichtet, sondern auch neu verpackt und digitalisiert. Allein rund 16.000 Euro verschluckte die Restaurierung der Urkunden. Die älteste aus dem Jahr 1410 besiegelt ein „Leihegeschäft“ mit einem Besitztum, auf einer weiteren von 1418 erteilt Kaiser Sigismund der Stadt Durlach das Privileg zweimal jährlich Märkte abzuhalten.

Als die Karlsburg 1563 fertig war, legte der Markgraf, ebenfalls dokumentiert auf Pergament, eine Stiftung für eine Armenspeisung auf. Als die Durlacher im Zuge der Residenzverlegung von Pforzheim nach Karlsruhe von der Leibeigenschaft befreit wurden, war das eine solche offizielle Beurkundung wert. “Unter nicht optimale, historischen Lagerbedingungen hatten die Originale teilweise Wasserschäden, waren verdreckt, stark eingeknickt, im schlimmsten Fällen kamen das Grauen jeden Archivars, Insektenfraß oder Schimmel dazu“ machte Archivarin Dr. Katrin Dort den dringenden Handlungsbedarf deutlich.

Dagegen half ein Dienstleister mit Trockenreinigungen, Wässern, Glät¬ten, Sterilisieren und Ergänzen. Auch um bereits brüchige, gerollte oder pressgefaltete Stücke, die sich automatisch zurückfalten, wieder gefahrlos zu öffnen. Neue, säurefreie Kartons versprechen sicheren Außenschutz, nun statt in Alukästen in einem größeren Schrank untergebracht. „Zur Schonung werden die Originale außerdem digitalisiert“, ergänzte Archivchef Dr. Ernst Otto Bräunche. Das eröffne bequemere Zugriffsmöglichkeiten via Internet, „die Leute müssen nicht mehr kommen“. Noch ist es nicht soweit, aber künftig sollen auch die Urkunden im Netz lesbar sein.-cal-

 
 

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