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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. September 2018

Stadtgeschichte: Musikleben bereichert

Musikdirektor Wilhelm Kalliwoda. Foto: StA

Musikdirektor Wilhelm Kalliwoda. Foto: StA

 

Kapellmeister Wilhelm Kalliwoda starb vor 125 Jahren

Als Kapellmeister des Karlsruher Hoftheaters, Komponist, gefragter Pianist und Klavierlehrer wie erfolgreicher Gründer und Organisator des Philharmonischen Vereins erwarb sich Wilhelm Kalliwoda große Achtung im Musikleben der großherzoglichen Residenzstadt. Auch wenn dem bescheidenen und liebenswürdigen Feingeist vordergründig stets die zweite Rolle zufiel.

In Donaueschingen am 19. Juli 1827 als Sohn des tschechischen Komponisten und Schöpfers des „Deutschen Liedes“, Johann Wenzel Kalliwoda und der Sängerin Therese Brunetti geboren, studierte der Hochbegabte bereits 17-jährig am Leipziger Konservatorium unter anderem bei dem ihn kompositorisch prägenden Felix Mendelssohn-Bartholdy.  Mit 22 Jahren kam er nach kurzer Tätigkeit als Musiklehrer in Aarau 1849 als Dirigent des katholischen Kirchenchores von St. Stephan nach Karlsruhe.

1853 wurde er in der Ära Eduard Devrients nach Josef Strauß zweiter musikalischer Leiter der  Badischen Staatskapelle und wirkte mit Hermann Levi und Max Zenger ab 1866 bis zu seiner Pensionierung 1875 als erster Musikdirektor. Da er gerade Levis Fähigkeiten neidlos anerkannte und seit 1866 durch ein Nervenleiden beeinträchtigt wurde, überließ er dem jüngeren Kollegen die dominierende Position in Oper und Konzert. Geschätzt als klarer und sensibler Pianist mit hervorragender Technik war er als Lehrer höchst begehrt, auch von Großherzogin Luise und ihrer Tochter Viktoria sowie der Pianistin und Komponistin Luise Adolpha Le Beau.

Neben seiner Hauptaufgabe am Theater und dem Engagement für den Philharmonischen Verein bereicherte er zudem viele festliche Veranstaltungen musikalisch. Als Komponist hinterließ er zahlreiche Werke, darunter eine größere Messe, kirchliche und weltliche Lieder und zu seiner Zeit äußerst beliebte Orchester- und Klavierstücke. Seine Krankheit verbot ihm jedoch zunehmend öffentliche Auftritte. Gestorben ist Wilhelm Kalliwoda nach sechsmonatiger schwerer Krankheit am 8. September 1893. -cal-

 
 

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