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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. September 2018

Durlacher Hubbrücke: Die letzte ihrer Art

Gemeinsamer Denkmalschutz: v.l. Martin Kissel, Thorsten Ehlgötz, Georg Wacker, Kathrin Schütz, OB Mentrup und Nicolette Kressl bei der Scheckübergabe an der sanierten Hubwegbrücke. (Bild: gem)

Gemeinsamer Denkmalschutz: v.l. Martin Kissel, Thorsten Ehlgötz, Georg Wacker, Kathrin Schütz, OB Mentrup und Nicolette Kressl bei der Scheckübergabe an der sanierten Hubwegbrücke. (Bild: gem)

 

Wichtiges Denkmal bald wieder befahrbar / Stadt und Land fördern gemeinsam

Sie ist eine Art Stadttor für Bahnreisende, prägt Durlach mit ihrem charakteristischen Stahlfachwerk und ist Zeugin einer Zeit, in der Karlsruhe zum Verkehrsknotenpunkt aufstieg. Ab kommenden Mittwoch, 19. September, ist die Durlacher Hubbrücke auch wieder uneingeschränkt befahrbar.

Mit der im April begonnenen Sanierung konnte nämlich nicht nur das Verkehrsdenkmal erhalten werden, es lasse sich auch weiterhin „funktional nutzen“, was Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei einer offiziellen Begehung in der letzten Woche als einen zentralen Bestandteil der Baumaßnahme herausstellte. Zudem verwies er auf die wichtige, überregionale Zusammenarbeit, die bei diesem „Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Land“ zum Erfolg geführt habe. Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz, die aus diesem Grund auf ihrer Denkmalreise Station in Durlach machte, hielt den Erhalt der Hubbrücke für „ein gelungenes Beispiel“ gemeinsamen Denkmalschutzes.

Im Rahmen der Besichtigung übergab sie den Zuwendungsbescheid der baden-württembergischen Denkmalförderung in Höhe von 44.890 Euro an Vertreter der Fächerstadt, zu denen neben OB Mentrup auch Regierungspräsidentin Nicolette Kressl und Stadtrat Thorsten Ehlgötz gehörten. Schütz führte aus, dass die Brücke wichtig dafür sei, „Technikgeschichte für heutige und künftige Generationen erlebbar“ zu machen. Dem stimmte Lotto-Geschäftsführer Georg Wacker zu, der im Namen der Denkmalstiftung des Landes einen Scheck in Höhe von 90.000 Euro beisteuerte. Das Geld stamme zu großen Teilen von der „GlücksSpirale“, womit diese ebenfalls einen „wichtigen gesellschaftlichen Beitrag“ leiste, so Wacker.

Mit dem großen Interesse am Erhalt der Hubbrücke zeigt sich auch deren historische Relevanz. Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sowohl der Karlsruher als auch der Durlacher Bahnhof verlegt. Zudem entstand ein neues Kreuzungsbauwerk, durch das es zu einer Entflechtung überregionaler Strecken kam. Karlsruhe wurde zum internationalen Bahnknotenpunkt und selbst der Orientexpress wurde nun über die Trasse in Durlach geführt. Zur Beschleunigung des Zug-Verkehrs mussten viele neue Überführungen gebaut werden, die sich durch prägnante Stahlfachwerkkonstruktionen auszeichneten. Was damals entstand, muss jedoch überwiegend in den kommenden Jahren ersetzt werden. Lediglich die Durlacher Hubbrücke kann als letzte ihrer Art bestehen bleiben.

Vermehrte Rostbildung wurde hier allerdings ebenfalls festgestellt und der Korrosionsschutz musste dringend erneuert werden. Da Erhalt von Substanz und Erscheinungsbild deutlich teurer als ein Neubau sind, kamen der Stadt die Zuschüsse sehr gelegen. Mit Gesamtinvestitionen von etwa 900.000 Euro kann die Hubbrücke nun aber weiterhin ihrer ursprünglichen Bestimmung dienen und endet nicht als funktionsloses Monument. Sie ist stattdessen als Verkehrsweg etabliert, weshalb auch während der Sanierungszeit darauf geachtet wurde, den Fuß- und Radverkehr über weite Strecken zu ermöglichen, wie Tiefbauamtsleiter Martin Kissel erläuterte. Da die Brücke aber für alle Verkehrsteilnehmenden wichtig ist, habe Kissel sich besonders darüber gefreut, dass die Baumaßnahmen letztlich sogar einige Wochen früher abgeschlossen werden konnten als geplant. -gem- 

 
 

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