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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. September 2018

Kultur: Furiose Artistik als Theater

BEIM ATOLL-FESTIVAL verschmelzen Elemente aus Artistik, Akrobatik und Theater zu eigenen Kunstformen. Das Format nimmt in Deutschland eine Vorreiterrolle in der wachsenden Szene ein. Bild: pr

BEIM ATOLL-FESTIVAL verschmelzen Elemente aus Artistik, Akrobatik und Theater zu eigenen Kunstformen. Das Format nimmt in Deutschland eine Vorreiterrolle in der wachsenden Szene ein. Bild: pr

 

Drittes Atoll-Festival / Alte Hackerei wird Bühne

Wild, poetisch, melancholisch und spektakulär – das sind die Gesichter des zeitgenössischen Zirkus. Bereits zum dritten Mal holt das Tollhaus Karlsruhe sie vom 19. bis 23. September auf seine Bühnen und wagt mit dem besonderen Format des ATOLL Festivals Experimente.

An fünf Tagen wartet das Festival mit insgesamt 29 Veranstaltungen auf, in denen 56 Artisten aus acht Ländern neun Produktionen präsentieren. Sie lassen dabei ihre ganz eigenen Kunstformen mit der Artistik zu einem neuen Theatererlebnis verschmelzen.

Den Auftakt macht die französische Gruppe „Cirque Inextremiste“ mit einer furiosen Mischung aus Akrobatik und Konzert. Vorwiegend in der Luft zeigt mit „Ockham’s Razor“ eine der erfolgreichsten britischen Compagnien des zeitgenössischen Zirkus ihr Stück „Tipping Point“. Wunderbar melancholisch bringt der Belgier Danny Ronaldo mit seinem Stück „Fidelis Fortibus“ ein liebevoll-versponnenes und mehrfach ausgezeichnetes Zirkussolo auf die Zeltbühne im Otto-Dullenkopf-Park. Ein eigener Raum wird für das Kallo Collective in der Glasfuge des Tollhauses hergestellt, wo der preisgekrönte neuseeländische Artist und Clown Thomas Monckton mit minimalistischem Setup ein intimes Welttheater präsentiert.

Mit einer neuen Spielstätte in der Alten Hackerei entführt „Barstool Bound“ zu einem artistischen Barbesuch mit Songs und hautnaher Akrobatik. Schwarzen Humor und Gemüse finden Besucher im Tollhaus-Garten, wo das katalanische Duo „Escarlata Circus“ der Gesellschaft einen Spiegel vorhält. Eine Vorstellung für die ganze Familie bietet der kanadische Clown Jamie Adkins, der hochvirtuos jongliert, balanciert und sich in seiner Solo-Show permanent am Rande der Katastrophe befindet. Die Wundertüte "Atoll Surprise" beinhaltet schließlich Circus Miniaturen junger Künstler sowie Ausschnitte aus gerade entstehenden Produktionen.

Unterstützt wird das Festival 2018 unter anderem von der Landesstiftung Baden-Württemberg und der Stadt Karlsruhe. „Dieses Jahr ist uns ein großer Stein vom Herzen gefallen“, berichtet Tollhaus-Vorstand Bernd Belschner, der das Festival gemeinsam mit Britta Velhagen und Produzent Stefan Schönfeld leitet. So können Ausgaben von 160.000 Euro zu je einem Drittel durch einmalige Zuschüsse, Eintrittsgelder und Eigenmittel finanziert werden. Man hofft im Tollhaus jedoch auf eine langfristige Förderung. Denn, so Schönfeld, das Format nehme bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Es ziehe neben 5.000 erwarteten Besuchern auch Künstler und Veranstaltungskollegen an. Mehr unter www.atoll-festival.de. -bea-

 
 

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