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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. September 2018

EU-Bürgerdialog: Gute Chance, Europa zu vermitteln

ÜBER DIE EU und den Vor-Ort- Nutzen ihrer Förderungen sprach SWR-Moderatorin Stephanie Haiber mit Experten. Foto: CEMR/Ludwig Hetfeld

ÜBER DIE EU und den Vor-Ort- Nutzen ihrer Förderungen sprach SWR-Moderatorin Stephanie Haiber mit Experten. Foto: CEMR/Ludwig Hetfeld

 

Bürgerdialog zeigte auf, was Fördertöpfe lokal und regional bewirken / Mobilitätsverbund, Seegras-Dämmung und Sozialer Garten als Projekte dank Förderung

Ganz nah war Brüssel gut hundert Teilnehmern des EU-Bürgerdialogs vorige Woche im Tollhaus. Zwar strebt die EU mit ihrer Kohäsionspolitik vor allem den Zusammenhalt an, stärkt also gerade den Aufbau südlicher und östlicher Mitglieder. Förderer und durch sie entscheidend profitierende Projektträger konnten aber aufzeigen, was die Töpfe für Karlsruhe bewirken.

Experten erklärten an Thementischen, was alles ermöglicht wird, essenziell etwa über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Europäischen Sozialfonds (ESF). Vom Vor-Ort-Nutzen längst überzeugt ist der Geschäftsführer der TechnologieRegion Karlsruhe (TRK) GmbH, Jochen Ehlgötz: „Neue Entwicklungen wurden angestoßen, die sonst nicht oder nur schwierig zustande gekommen wären. Es geht darum, Anreize zu schaffen, und um höhere Lebensqualität.“

Wie beim TRK-Projekt RegioMOVE, das eine multimodale Vernetzung verschiedener Transportmittel ermöglichen soll. Projektleiter Dr. Frank Pagel vom Karlsruher Verkehrsverbund rechnet aktuell für Anfang 2020 mit der App und bis Jahresende dann mit ersten Knotenpunkten. Viele Anstrengungen bleiben, aber EU-Millionen gaben den Anstoß. Zum Bürgerdialog resümierte Ehlgötz: „Ich glaube, dass es so gelingen kann, Europa zu vermitteln“. Bürokratieabbau nannte auch Landtagsabgeordnete Barbara Saebel Kernziel. „Wir hoffen, dass Dinge vereinfacht werden und dadurch handhabbarer vor Ort.“ Zugleich lobte sie, wie gerade in Karlsruhe Europas Potenzial erkannt werde.

Zentrale Intention der Veranstaltung war es, zur aktiven Mitgestaltung über Themen und Vorschläge anzuregen. Tatsächlich bat ein Besucher darum: „Die Bürger sollten früher eingebunden und Ideen dann auch zur Umsetzung hin mitgenommen werden.“ Wirtschaftsbürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz betonte das Vorankommen durch Hilfen, etwa für Gründungen. Und dann: Die Gewerbesteuereinnahmen aus dem Sektor Informations- und Kommunikationstechnologie hätten sich in den vergangenen drei Jahren verdreifacht.

Wörtlich nachhaltig wird EU-Geld auch eingesetzt. Die Dezernentin erinnerte an einen Innovationspreis, den die Stadt für das Verwenden von Seegraskugeln (Posidonia-Fasern) als Dämmstoff, hauptsächlich in Schulen, erhielt. „Auch die internationale Zusammenarbeit wird gestärkt, bis nach Indien.“ PAMINA-Verbund und der Fördertopf INTERREG Oberrhein bezeugten Bedeutung und Nutzen grenzüberschreitenden Wirkens.

Das CyberForum präsentierte CyberLab, Smart Production Lab und EXI-Gründungsgutschein. Geschäftsführer David Hermanns hob die Impulse durch ESF und EFRE hervor: „Jetzt können wir diese Mittel verwenden, und ich finde, wir verwenden die sehr intelligent und passgenau.“ Das Grüne EnergieQuartier der Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur war ebenso Thema wie der Soziale Garten des Vereins Initial, der dem Gros hunderter Alkoholabhängiger mit auf einen neuen Weg half. Der Leiter der ESF-Verwaltungsbehörde, Gerald Engesser, geht davon aus, dass nicht mal jeder Zweite weiß, „was der ESF macht, deswegen sind solche Veranstaltungen auch wichtig“. Losung sei: „Wir wollen soziale Innovationen fördern, neuen Ideen eine Chance geben und Förderlücken erkennen.“

Programmleiter Thomas Köhler entgegnete der Frage, ob INTERREG kompliziert sei, ein Ja, aber. „Viele grenzüberschreitende Projekte gäbe es ohne die Förderung entweder gar nicht, nicht in der Qualität oder nicht in der Geschwindigkeit“. Gerade Kleinprojekte könnten noch mehr Bürgernähe schaffen. -mab-

 
 

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