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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. September 2018

Gemeinderat: Zirkus ohne Wildtiere

Öffentliche Flächen sollen nicht mehr vergeben werden

Der SPD-Antrag zum Verbot von Zirkusaufführungen mit gefährlichen Wildtieren wurde vom Gemeinderat mit 27 zu 17 Stimmen bei zwei Enthaltungen angenommen. Damit entschied sich die Mehrheit des Gremiums dafür, dass zukünftig keine kommunalen Flächen mehr an Zirkusse vergeben werden sollen, die solche Tiere mitführen.

Eine entsprechende Liste müsse dafür ebenfalls erstellt werden. Hans Pfalzgraf (SPD) erläuterte, dass es beim Verbot nicht nur um artgerechte Tierhaltung, sondern auch die Sicherheit während des Zirkusbesuchs gehe. Viele andere Kommunen hätten bereits Ähnliches beschlossen. Das betonte auch Zoe Mayer (GRÜNE), die mit ihrer Fraktion den Antrag unterstützte, um „ein politisches Signal“ zu setzen. Ein „Zeichen setzen“ wollte auch Jürgen Wenzel (FW), der ebenfalls zustimmte, genau wie Friedemann Kalmbach (FÜR Karlsruhe) und Die Linke, deren Stadtrat Niko Fostiropoulos begründete, dass sich so „mehr Zirkusse verändern“ würden. Erik Wohlfeil (KULT) forderte „Perspektiven für ausgediente Wildtiere“ und stimmte mit seiner Fraktion zu.

Aufgrund der unsicheren Rechtsbasis stimmten CDU und FDP mehrheitlich gegen den Antrag. Johannes Krug (CDU) fand aber die „Motivation nachvollziehbar“, und Thomas Hock (FDP) betonte, dass man bei anderer Rechtslage Ja votiert hätte. Für Wildtiere im Zirkus sprach sich Dr. Paul Schmidt (AfD) aus und lehnte den Antrag wie Parteigenosse Marc Bernhard ab. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup wies darauf hin, dass die Stadtverwaltung nun die rechtlichen Grundlagen für das beschlossene Verbot nochmals prüfen müsse und sich bezüglich einer möglichen Umsetzung auch mit den angesprochenen Kommunen in Verbindung setzen werde. -gem-

 
 

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