Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. September 2018

Gleichstellung: Gleichbehandlung als Realität

INS ZKM lud OB Mentrup zum Empfang. Annette Niesyto, seit 1990 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in Karlsruhe sowie Bundessprecherin seit 2015, moderierte den Abend. Foto: MMG

INS ZKM lud OB Mentrup zum Empfang. Annette Niesyto, seit 1990 Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte in Karlsruhe sowie Bundessprecherin seit 2015, moderierte den Abend. Foto: MMG

 

Bundeskonferenz in Karlsruhe pocht auf Grundgesetz: Gleichstellung hinkt hinterher

„Verfassungsauftrag Gleichstellung – Taten zählen!“: Mit diesem Ziel trafen sich mehr als 400 kommunale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte von Sonntag bis Dienstag zu ihrer Bundeskonferenz in Karlsruhe.

Am Sitz des Bundesverfassungsgerichts wollten sie klarstellen: „Die im Grundgesetz verankerte Gleichstellung zwischen Frauen und Männern ist fast 70 Jahre nach Inkrafttreten noch nicht erreicht.“ Um diese Nachricht zu unterstreichen, starteten die Konferenzteilnehmerinnen von der Neuen Messe aus in einer besonders beklebten Verfassungs-Straßenbahn zu einer Frauendemonstration in Richtung Verfassungsgericht. „Frauen können alles – das ist erst einmal Fakt. Frauen können alles – das ist gleichzeitig eine Forderung“, hatte auch Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey in ihrem Grußwort betont.

„Man muss den Satz ‚Frauen können alles‘ ergänzen: Frauen können alles, wenn sie die nötige Unterstützung haben“, betonte Giffey eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. „Eine kommunale Aufgabe, eine Aufgabe der Länder und des Bundes. Dafür müssen wir noch einiges tun, und zwar gemeinsam.“ Aus diesem Grund verabschiedeten die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten eine „Karlsruher Erklärung“. Darin fordern sie unter anderem, dass ein Aktionsplan in der Querschnittsverantwortung aller Ressorts im Bund die Ungerechtigkeiten und Fehlentwicklungen zum Nachteil von Frauen beendet.

Anerkennung konnte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup bei einem Empfang der Stadt zur Veranstaltung ernten. Karlsruhe schaue selbstbewusst auf seine frauenpolitischen Traditionen und bleibe weiter am Ball, versicherte das Stadtoberhaupt: „Dank einer fraktionsübergreifenden Initiative der Frauen unseres Gemeinderats waren wir die erste Stadt Deutschlands, die ihre Stadtgeschichte von Gründung an mit Blick auf den weiblichen Teil der Einwohnerschaft erforscht und veröffentlicht hat.“ Dabei sei die Kategorie Geschlecht als erkenntnisleitende in der Arbeit des Stadtarchivs verankert worden. „Bereits 1991, zu einem Zeitpunkt als zumindest in Deutschland Gender-Mainstreaming noch weitgehend unbekannt war.“ -bea-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe