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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. September 2018

Kultur: Die Stadt neu gestalten

„DIE MARKTFRAU“ hinter der Kleinen Kirche von Hermann Föry ist ein Beispiel für Kunst im öffentlichen Raum. Foto: MMG

„DIE MARKTFRAU“ hinter der Kleinen Kirche von Hermann Föry ist ein Beispiel für Kunst im öffentlichen Raum. Foto: MMG

 

Podium im Kunstverein diskutierte Beispiele für Kunst im öffentlichen Raum / Fortschreibung Kulturkonzeption

Welche Möglichkeiten sich durch das Vollenden der Kombilösungs-Baustellen und der Sanierung des Staatstheaters für die Kunst im öffentlichen Raum ergeben könnten, thematisierte vorige Woche eine Präsentation mit reger Diskussion im Badischen Kunstverein.

OB Dr. Frank Mentrup skizzierte, ausgehend von Hilmar Hoffmanns Forderung „Kultur für alle“, die sich im Leitsatz  „Recht auf Kultur“ der städtischen Kulturkonzeption findet, deren Grundsätze. Danach können etwa über öffentliche Plastiken als kulturelles Erbe die Gegenwart reflektiert, Wege des Zusammenlebens diskutiert, Stadträume verschönert oder neu definiert werden. Waren das ab den achtziger Jahren oft Brunnen, steht für politische, partizipative Kunst der Platz der Grundrechte. Die Schlosslichtspiele verändern und prägen das Stadtleben positiv.

Die Experten Mirela Baciak (Public Art München), Christoph Doswald (AG KiÖR, Zürich), Dr. Elisabeth Fiedler (Kunst im öffentlichen Raum, Steiermark), Kathrin Jentjens (Neue Auftraggeber)  und Britta Peter (Urbane Künste Ruhr) präsentierten Beispiele. So realisierten mit kuratorischer Unterstützung 13 Künstler in München Werke, wird im schweizerischen Zürich ein zentrales Industriequartier über eine an das Tiefbauamt angedockte Stelle mit in- und externen Experten unter unabhängiger Leitung umgestaltet.  In mehreren Kommunen der Steiermark in Österreich entstehen von einer zentralen Institution betreute Projekte. In einer stillgelegten Kirche als Ausstellungsraum im Ruhrgebiet ist Kunstteilhabe ohne Eintritt öffentlich möglich.

Die Neuen Auftraggeber entwickeln mit an sie herantretenden Personen oder Kommunen Neues wie die Umgestaltung eines ganzen Dorfes im Zuge der Restaurierung eines historischen Waschhauses. In der Diskussion stellte Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche die allseits positiv bewertete Arbeit der städtischen Kunstkommission vor. Diese entscheidet über Kunst am Bau und verfügt über einen festen Anteil der Bausumme. Asche fragte zudem, ob man künftig alle baustellenbedingt  abgebauten Plastiken wieder aufstellen sollte.

Anja Casser vom Kunstverein wollte zur künftigen, künstlerischen  Stadtgestaltung  eine kontinuierliche, unabhängige Positionsstruktur schaffen, etwa über eine Veranstaltungsreihe. Diskutiert wurden auch das Etablieren eines Stadtkurators und einer Stelle, an der Künstler ihre Idee einbringen können. Als ein solcher Ermöglicher versteht sich bereits  das städtische Kulturbüro. Anregungen sollen in die Fortschreibung der Kulturkonzeption 2019 einfließen. -cal-

 
 

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