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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. September 2018

Tag der offenen Baustelle: „Fast kathedralenartige Dimension“

EIGENE TUNNEL konnten kleine Bauherren nahe der Pyramide auf dem Marktplatz zum KASIG-„Tag der offenen Baustelle“ errichten. Auf jeden Fall tummelten sie sich behelmt eifrig im Sand. Foto: Knopf

EIGENE TUNNEL konnten kleine Bauherren nahe der Pyramide auf dem Marktplatz zum KASIG-„Tag der offenen Baustelle“ errichten. Auf jeden Fall tummelten sie sich behelmt eifrig im Sand. Foto: Knopf

TAUSENDE tauchten in Karlsruhes immer realer werdende Unterwelt im Südabzweig ab, mit dabei Bürgermeister Käuflein und Obert sowie Geschäftsführer Pischon und Konrath. Foto: Knopf

TAUSENDE tauchten in Karlsruhes immer realer werdende Unterwelt im Südabzweig ab, mit dabei Bürgermeister Käuflein und Obert sowie Geschäftsführer Pischon und Konrath. Foto: Knopf

 

Rund 18.000 Bürger im Untergrund / Kleine Gäste oben auf / Theaterfest vor Saison

Mächtig was los war vorigen Samstag beim inzwischen fünften Tag der offenen Baustelle der Kombilösung. Rund 18.000 Menschen strömten in den Untergrund, begutachteten im Rohbau soweit fertige und damit begehbare Haltestellen wie Tunnelabschnitte. Zudem war oberirdisch Einiges geboten, auch das wieder verwobene Theaterfest.

Erstmals konnten Interessierte dabei den kompletten Südabzweig des künftigen Hauptbahntunnels unter der Kaiserstraße, von der Haltestelle Marktplatz über die Station Ettlinger Tor bis zum Halt Kongresszentrum durchwandern. Bereits eine Stunde vor dem offizi-ellen Beginn begrüßte Bürgermeister Michael Obert eine kleine „Tunnel-Delegation“ mit Verantwortlichen der Stadt samt Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG) als Bauherrin der Kombilösung und Medien. „Karlsruhe ist die Stadt der modernen Mobilität, und der Tag der Baustelle hat mittlerweile Tradition. Nun können auch Mobilitätseingeschränkte die Baufortschritte begutachten“, hob der Dezernent eine weitere wichtige Neuerung bei dieser Auflage hervor.

Ferner betonte er, dass mit Sicherheit auch die verbliebenen Kritiker vom Mega-Projekt überzeugt seien, wenn die Bahnen wie geplant Ende 2020 erst einmal unterirdisch fahren. Beim Gang durch das entstehende, zu großen Teilen schon im Innenausbau befindliche Bauwerk beeindruckte Besucherinnen und Besucher speziell die Haltestelle Marktplatz, die größte der sieben Stationen mit einer Länge von rund 100, einer Breite von nahezu 28 und einer Höhe von rund 11 Metern. „Zum ersten Mal kann man durch den ganzen Südabzweig. Früher war es nur durch Teilstücke möglich, zumal der Rohbau nun fertig ist“, unterstrich der Geschäftsführer des zukünftig dort verkehrenden Karlsruher Verkehrsverbunds, Alexander Pischon. Eine von vielen Familien war eigens aus Königsbach-Stein bei Pforzheim angereist. „Die Größe ist einfach beeindruckend. Das hat fast kathedralenartige Dimensionen“, beteuerten deren Mitglieder unisono.

Der gesamte Tunnel war beschildert und mit 3D-Motiven illustriert. Fachpersonal gab den Besuchern die nötigen Erklärungen. Über die große Resonanz freute sich KA-SIG-Geschäftsführer Uwe Konrath: „Das Interesse ist enorm, nicht nur heute. Allein im Jahr 2017 hatten wir rund 200 Führungen. Einen Tag vor der heutigen Veranstaltung wurden am Marktplatz noch die Bahnsteig-Plattformen betoniert. Es geht stetig voran.“ Aber nicht nur im Untergrund, auch an der Oberfläche wurde einiges geboten. So stand der Marktplatz im Zeichen der kleinen Bauherren. Kinder konnten sich mit Helmen und Signalwesten wie Bauarbeiter fühlen und die Mini-Bagger rollen lassen.

Die Einzelhändler der Ettlinger Straße boten Aktionen mit Glücksrad, Jonglage und Piano-Musik, begleitet von Stelzenläuferin Verena Rau mit Engelsflügeln.
Zudem lockte das Theaterfest vor dem Start in die neue Spielzeit 2018/19 unter dem auch zur Kombilösung passenden Slogan „Von Zukunft“. Intendant Peter Spuhler begrüßte mit Kulturbürgermeister Albert Käuflein die Gäste. „Theater ist ein Ort, an dem Diskurse stattfinden, Denkanstöße und Impulse gegeben werden. Das ist in einer Zeit, in der auf komplexe Fragen häufig einfache Antworten gesucht werden, umso wichtiger“, betonte Käuflein. Natürlich kam auch dabei der Spaß nicht zu kurz – ob bei der Gelegenheit, in Kostüme und so schon fast in Rollen zu schlüpfen, bei Chorproben oder auch Kindertanz-Workshops. -voko-

 
 

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