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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. September 2018

Gemeinderat: Kirche anders nutzen

ABRISS ODER ERHALT? Eigentümerin Volkswohnung prüft zurzeit Ersteres, als Bürgerzentrum läge die Garnisonskirche zu dezentral. Foto: Fränkle

ABRISS ODER ERHALT? Eigentümerin Volkswohnung prüft zurzeit Ersteres, als Bürgerzentrum läge die Garnisonskirche zu dezentral. Foto: Fränkle

 

Mehrheit sieht keine Zukunft für umkämpftes Gotteshaus

Die denkmalgeschützte frühere (US-)Garnisonskirche in Knielingen 2.0 bleibt schwer baufällig und ein wirtschaftlich tragbarer Nutzen fern. Per (erledigtem) Antrag hatte sich KULT für Erhalt im gemeinwohlorientierten Sinne ausgesprochen, was Kulturschaffende und Stimmen aus den USA stark unterstützten.

Lüppo Cramer erachtete es denn auch als Auftrag, dass die Verwaltung konstatierte: „Weitere Gespräche mit potenziellen Nutzern (…) sind zu führen.“ Allerdings zeigte diese auch auf, dass weder über eine Ausschreibung der Volkswohnung noch das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept eine machbare Lösung kam. „Ich bitte zu erkennen“, mahnte OB Dr. Frank Mentrup, „dass wir irre Summen investieren, ohne dass eine kulturelle Nutzung annähernd den Aufwand erreicht“. Niemand in der Verwaltung wolle Denkmäler loswerden, aber „manchmal hat es keinen Sinn“.

Während Michael Borner (GRÜNE) den Antrag begrüßte, da kaum ein anderer Bau des Quartiers „eine stärkere Identifikationswirkung“ habe und eine rein wirtschaftliche Lösung abzulehnen sei, bezeichnete Karin Wiedemann (CDU) den Vorstoß als ärgerlich. Sie verwies auf die 37 geprüften, nicht umzusetzenden Ideen sowie die Chance auf 20 neue Wohnungen und vier Gewerbeeinheiten nach zurzeit beantragtem Abriss. Auch Dr. Raphael Fechler (SPD) sah das „Thema in aller Breite diskutiert“, hier müssten endlich Prioritäten gesetzt werden. „Wenn da ab und zu noch ein Gottesdienst stattfinden kann, sind wir dafür“, war die Brücke von Dr. Paul Schmidt (AfD) zu Fürsprechern des Erhalts. -mab-

 
 

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