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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. September 2018

Gleichstellungsbeauftragte: Brückenfrau mit kämpferischem Geist

GLEICHSTELLUNG ALS ANLIEGEN: Annette Niesyto wurde von OB Dr. Frank Mentrup in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Bastian

GLEICHSTELLUNG ALS ANLIEGEN: Annette Niesyto wurde von OB Dr. Frank Mentrup in den Ruhestand verabschiedet. Foto: Bastian

 

Annette Niesyto in den Ruhestand verabschiedet

Als Annette Niesyto 1990 Karlsruhes Frauenbeauftragte wurde, war es gerade mal fünf Jahre her, dass der Gemeinderat die Stelle im Rechtsreferat eingerichtet hatte, um „auf kommunaler Ebene die Gleichberechtigung von Mann und Frau im Arbeitsleben, in der Familie und im sozialen Umfeld zu fördern“.

Nach fast drei Jahrzehnten im Dienst der Stadt geht die diplomierte Pädagogin und Verwaltungswissenschaftlerin, die ab 2011 als Gleichstellungsbeauftragte fungierte, zum Monatsende in den Ruhestand. OB Dr. Frank Mentrup würdigte Niesyto bei deren Verabschiedung im Haus Solms als streitbare Kämpferin, deren Stärke es gewesen sei, Bündnisse zu schmieden und Menschen zu motivieren – und der es wie jüngst beim zweitätigen Bundeskongress der Gleichstellungsbeauftragten in der Messe Karlsruhe eindrucksvoll gelungen sei, ihrem Herzensanliegen „Gehör zu verschaffen und Gesicht zu geben“. Das Treffen mit 400 Teilnehmerinnen wertete Mentrup als Höhepunkt einer „bemerkenswerten beruflichen Laufbahn“.

Familienfreundliche Personalpolitik, Personalentwicklung, Frauenförderung, später Gender-Mainstreaming und schließlich Gleichstellung seien in der Stadtverwaltung nicht nur gängige Begriffe. „Diese Ansätze werden gelebt“, unterstrich Mentrup vor zahlreichen Gästen und nannte Karlsruhes „Vorreiterrolle“ bei Teilzeit-Tandems in Führungspositionen“ als Beispiel.

Der Trubel der vergangenen Wochen habe wenig Zeit für Abschiedsgedanken gelassen, sagte die so Geehrte. Schon immer sei sie frauenpolitisch aktiv gewesen, habe gerne gearbeitet. Für den Job als „Brückenfrau zwischen Politik und Stadtgesellschaft“ bezahlt zu werden, „habe ich immer als Privileg empfunden“. Niesyto dankte ihrem Team und den starken Frauen Karlsruhes, deren Netzwerke parteiübergreifend wirkten. Sie gehe „in eine neue Phase der Freiheit“, habe mehr Zeit für Familie und Enkelkinder, werde sich aber „weiter einbringen“. -maf-

 
 

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