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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Januar 2018

Gemeinderat: Vielfalt für Karlsruher Viertel

Eine emotionale Debatte entspann sich am Dienstag unter den Karlsruher Stadträten, als die Fraktion der Grünen ihren Antrag zur Wohnraumförderung vorstellte.

"Wir möchten mehr attraktive, vielfältige und gut durchmischte Quartiere in Karlsruhe", erläuterte Grüne-Stadträtin Dr. Ute Leidig. "Als moderner Stadt würde es uns deshalb gut zu Gesicht stehen, alternative Wohnformen zu fördern." Konkret denkt die Fraktion beim Verkauf von Grundstücken an eine "Vergabe nach Konzept", bei der soziale, kulturelle, ökologische und städtebauliche Ziele Vorrang vor einem hohen Verkaufserlös hätten. Der Schwerpunkt solle auf familien- und seniorengerechtem, generationsübergreifendem und integrativem Wohnen liegen. Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Baubürgermeister Michael Obert sowie die Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz hielten dem Antrag entgegen, dass die Problematik in Karlsruhe weniger durch das Fehlen oder gar die Ablehnung solcher Konzepte, als vielmehr durch fehlende Flächen bestehe. "Nicht vorhandene Grundstücke sind der Dreh- und Angelpunkt in den letzten Jahren", so Luczak-Schwarz. Zudem habe man bereits Schwerpunkte auf die Vergabe etwa an Familien gesetzt. Schnell entwickelte sich ein Schlagabtausch unter den Gemeinderatsmitgliedern, die zwar mehrheitlich Sympathie für das Anliegen des Antrags hegten (etwa SPD, KULT, FDP, Linke), jedoch auf falsche Entscheidungen - auch der Grünen - beim Flächennutzungsplan (SPD), den Mangel an Flächen (CDU, FW, GfK) oder eine Verkennung der Wohnrealität hinwiesen (AfD). Von Seiten der Stadtverwaltung soll das bisherige Konzept zur Durchmischung der Wohnquartiere 2018 weiterentwickelt und dem Gemeinderat wieder vorgelegt werden. -bea-

 
 

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