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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Januar 2018

Gemeinderat: Bürger schätzen Einkauf vor Ort

RÜCKGRAT DER NAHVERSORGUNG: Die Karlsruherinnen und Karlsruher kaufen gerne in Supermärkten mit frischen Angebot und vollem Sortiment ein, 72 Prozent mindestens einmal pro Woche. Foto: Fränkle

RÜCKGRAT DER NAHVERSORGUNG: Die Karlsruherinnen und Karlsruher kaufen gerne in Supermärkten mit frischen Angebot und vollem Sortiment ein, 72 Prozent mindestens einmal pro Woche. Foto: Fränkle

 

Konzept der Nahversorgung in den Stadtteilen greift: Studie zeigt in Gesamtschau hohe Zufriedenheit / Strategie der kurzen Wege ausbauen

Die Nahversorgung in den Stadtteilen hat sich verbessert, die Bürgerinnen und Bürger schätzen das Angebot an Lebensmitteln vor Ort und kaufen zunehmend im eigenen Quartier ein. Eine am Dienstag im Gemeinderat vorgelegte Studie zeigt: Das Konzept der kurzen Wege bei der Versorgung greift.

Die Ergebnisse der vom Amt für Stadtentwicklung auf der Grundlage der Bürgerumfrage 2016 erstellten Untersuchung der "Nahversorgung in den Stadtteilen 2006 bis 2016" stießen im Plenum auf breite Zustimmung. Gleichzeitig beauftragten die Stadträtinnen und Stadträte die Verwaltung einstimmig, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen und die wohnortnahen Angebote an Lebensmitteln für die Bevölkerung in fußläufiger Erreichbarkeit auf Grundlage der Märkterichtlinien weiter bedarfsgerecht auszubauen.

Laut Studie sind die meisten Karlsruher mit dem Angebot in der Nahversorgung zufrieden. 65 Prozent bewerteten in der Bürgerumfrage 2016 die Ausstattung mit Einzelhandelsgeschäften im eigenen Stadtteil mit "gut" oder "sehr gut". Ein erheblich besserer Wert als vor zehn Jahren: 2006 hatten nur 49 Prozent der Ausstattung mit Lebensmittelgeschäften gute Noten gegeben. Die Untersuchung macht für die deutliche Verbesserung neben einem aktiven Bestandsmanagement vor allem die Ansiedlung von Märkten in zuvor unterversorgten Stadtteilen verantwortlich. So verbesserte in Oberreut ein 2011 eröffneter Edeka-Markt die Stadtteilorientierung von 65 auf 83 Prozent. Und ein neuer Rewe-Markt in der Nordweststadt ließ das Ja zum Einkauf im Quartier in Verbindung mit dem Discounter Penny gar von 35 auf 86 Prozent steigen. Ausreißer sind allerdings die Höhenstadtteile: So beurteilten 72 Prozent der in Hohenwettersbach Befragten die Situation als "schlecht" oder "sehr schlecht", in Stupferich kamen 70 Prozent zu negativen Bewertungen.

Supermärkte bilden zusammen mit Discountern das Rückgrat der Versorgung mit Lebensmitteln. 72 Prozent der Karlsruher kauften 2016 mindestens einmal pro Woche in einem Supermarkt ein, 62 Prozent in einem Discounter. Die Bedeutung von kleinen Läden ging zurück: 2016 versorgten sich nur noch 24 Prozent der Befragten dort einmal pro Woche, 2006 waren es noch 41 Prozent gewesen. Einen Bedeutungsverlust bei wöchentlichen Einkäufen erlitten auch die Wochenmärkte (2016: 24 Prozent, 2006: 33 Prozent), die erstmals abgefragten Bio-Supermärkte kamen auf einen Anteil von 15 Prozent, Hofläden werden kaum für den wöchentlichen Einkauf genutzt.

Kurze Wege sind gelebte Realität: Der Anteil derjenigen, die im eigenen oder im benachbarten Stadtteil einkaufen, stieg von 73 im Jahr 2006 auf 79 Prozent 2016. Das Mobilitätsverhalten beim Einkauf hat sich verändert: Zwar ist das Auto nach wie vor das wichtigste Transportmittel (41 Prozent), doch stark gestiegen ist der Anteil derjenigen, die ihre Einkäufe zu Fuß (2001: drei Prozent, 2016: 26 Prozent) oder mit dem Fahrrad (2001: 6,3, 2016: 27 Prozent) erledigen. Weiter bemerkenswert: Die Haushaltszustellung ist bedeutungslos, der Online-Handel hat sich nicht durchgesetzt. Laut Studie kauften nur zwölf Prozent der Befragten Lebensmittel auch Online ein, neun Prozent nutzten den Service von Lebensmittellieferungen.

"Gesamtstädtisch ist alles in Ordnung", betonte CDU-Fraktionschef Tilman Pfannkuch in der Debatte im Plenum. Vor allem "die Zunahme von Vollsortimentern" habe die Lage "deutlich entschärft", auch bei den "Sorgenkindern Höhenstadtteile" entwickelten sich "die Dinge in die richtige Richtung". Abhilfe für "die traurige Situation in den Bergdörfern" wünschte sich auch Elke Ernemann (SPD). Zoe Mayer (GRÜNE) sah Karlsruhe gut aufgestellt für "das Ziel als Stadt der kurzen Wege". Und auch Uwe Lancier (KULT) und Tom Hoyem (FDP) waren zufrieden mit den Verbesserungen in Sachen Nahversorgung. -trö-

 
 

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