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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 5. Oktober 2018

Schulwegsicherheit: Elterntaxen stellen oft ein Problem für die Schulwegsicherheit dar

POLIZIEIKOMMISSAR Sven Knappich übt mit Abc-Schützen der Rennbuckel-Grundschule, wie sie möglichst sicher am Straßenverkehr teilnehmen und von Anderen erkannt werden. Foto: Fränkle

POLIZIEIKOMMISSAR Sven Knappich übt mit Abc-Schützen der Rennbuckel-Grundschule, wie sie möglichst sicher am Straßenverkehr teilnehmen und von Anderen erkannt werden. Foto: Fränkle

 

Stadt, Schule und Polizei appellieren an potenzielle Chaos- und Unfallverursacher

„Eltern sollten mit ihren Kindern unbedingt den Schulweg üben, damit die Schülerinnen und Schüler so selbstständig wie möglich zur Schule kommen können“, appellierte Bürgermeister Dr. Albert Käuflein bei einem Treffen vor den Karlsruher Rennbuckelschulen. Im engen Wohngebiet in der Nordweststadt befindet sich sowohl eine Grund- als auch eine Realschule.

Elterntaxen gehören hier, in den schmalen Straßen, zum morgendlichen Wahnsinn und lassen sich auch mit viel Engagement nicht an zwei eigens eingerichtete Elternhaltestellen verbannen. „Das, was Eltern eigentlich vermeiden wollen, provozieren sie erst recht, indem sie ihr Kind im Trubel direkt vor  der Schule rauslassen“, bestätigt auch Remigius Kraus, der das Referat Prävention beim Polizeipräsidium Karlsruhe leitet. Er spricht dabei von Schulwegunfällen und verletzten Kindern.

Denn durch ein- und ausparkende Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger auf engstem Raum entstehen täglich gefährliche Situationen. Die Rennbuckelschulen sind dabei nur zwei von vielen Karlsruher Schulen, die gegen Elterntaxen kämpfen. „Unsere Versuche fruchten allerdings kaum“, berichten die beiden Schulleiter Anja  Stelzner (Grundschule) und Ralph Gerner (Realschule), die auch selbst regelmäßig Eltern ansprechen oder Aktionen gegen das morgendliche Chaos auf die Beine stellen. Von städtischer Seite wurde bereits versucht, durch Inseln und Markierungen auf der Straße zumindest eine Verlangsamung des Verkehrs in der Bonner Straße zu bewirken. Auch das Ordnungsamt kontrolliert regelmäßig die Parksituation oder ist mit Blitzern unterwegs.

Die Polizei übt zudem mit allen Schulanfängern, wie man eine Straße kreuzt und erklärt, warum die Schüler den Bordsteinrand am besten als „Stoppstein“ betrachten sollten. Für ältere Kinder und weiterführende Schulen gibt es andere Programme, die auch Fahrten mit Bus und Bahn einbeziehen oder sich auf Ablenkung durch Smartphone und Co konzentrieren. „Wir wollen Schulwegunfälle reduzieren, im Idealfall ganz vermeiden“, stimmen alle Parteien überein. „Denn 2017 gab es“ Kraus zufolge „im Stadtkreis Karlsruhe 81 verletzte Kinder.“ Diese Zahl ist zwar nicht auf den Schulweg heruntergebrochen, hat sich aber zu 2016 auch insgesamt nicht verkleinert. Für 2018 ist die Prognose schon steigend. -bea-

 
 

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