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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Oktober 2018

Städtepartnerschaften: Neue Stufe der Zusammenarbeit

EINE TRILATERALE PARTNERSCHAFTSVEINBARUNG unterzeichneten (v. l.) die Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (Karlsruhe), Evgeny Pervyshov (Krasnodar) und Henart Lorént (Nancy).

EINE TRILATERALE PARTNERSCHAFTSVEINBARUNG unterzeichneten (v. l.) die Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (Karlsruhe), Evgeny Pervyshov (Krasnodar) und Henart Lorént (Nancy).

STADT IM WANDEL: Der traditionelle Bauernmarkt vor der Kulisse der neuen Geschäfts- und Wohnhochhäuser in Krasnodar.

STADT IM WANDEL: Der traditionelle Bauernmarkt vor der Kulisse der neuen Geschäfts- und Wohnhochhäuser in Krasnodar.

STOLZ PRÄSENTIERTE OB Pervyshov (2. v. l.) den deutschen und französischen Gästen das Stadion des FK Krasnodar. Fotos (3): Fischer

STOLZ PRÄSENTIERTE OB Pervyshov (2. v. l.) den deutschen und französischen Gästen das Stadion des FK Krasnodar. Fotos (3): Fischer

 

Trilaterale Partnerschaft vereinbart / Delegationen aus Karlsruhe und Nancy zu Gast in Krasnodar / Austausch wird ausgebaut

Die Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages zwischen Nancy und Krasnodar sowie der Abschluss einer trilateralen Vereinbarung zusammen mit Karlsruhe stand am vergangenen Wochenende im Mittelpunkt eines Festaktes im Rathaus von Krasnodar.

„Wir sehen diese Zeremonie als Start für eine neue Stufe der Zusammenarbeit", erklärte Oberbürgermeister Evgeny Pervyshov bei der Begrüßung der Delegationen aus Karlsruhe und Nancy im Konzert- und Orgelsaal des Rathauses. „Wir hoffen, dass die Partnerschaft mit Krasnodar sich ebenso gut entwickelt wie unsere langjährigen Beziehungen zu Karlsruhe", betonte Nancys OB Laurent Hénart. Mit der Begründung der Partnerschaften sei ein wichtiger Beitrag für den Frieden gesetzt worden, betonte Karlsruhes OB Dr. Frank Mentrup. Nach dem Erfolg der erstmals von den drei Partnerstädten gemeinsam durchgeführten Jugendkonferenz wollen sie zusammen vor allem Projekte für künftige Generationen voranbringen. Auf offene Türen und viel Interesse für Partnerschaftsprojekte stießen die beiden Delegationen an allen Stationen des umfangreichen Besuchsprogramms.

So auch Im Gymnasium 36, der Partnerschule des Karlsruher Kant-Gymnasiums, wo die französische Delegation Interesse an einer Verbindung zu Nancy signalisierte. Das Gymnasium 36 arbeitet ebenso mit dem Goethe-Institut zusammen wie die Fakultät für Romanistik und Germanistik der Staatlichen Kuban Universität, wo Lehrstuhlleiterin Prof. Dr. Marina Oleynik die vielfältigen Projekte vorstellte, die alle darauf abzielen, die deutsche Kultur zu erhalten. Dazu gehört auch das vor zwanzig Jahren vom damaligen Karlsruher OB Prof. Dr. Gerhard Seiler initiierte und von der Freundschaftsgesellschaft Karlsruhe-Krasnodar unterstützte Zentrum für Deutsche Literatur. Zudem berichteten Studierende von ihren Auslandserfahrungen und zeigten auf, wo Probleme auftreten und weitere Unterstützung notwendig ist. Beim Zusammentreffen mit dem Präsidenten der Kuban-Universität Michael Astapov wurde vereinbart, Universitätsvertreter aller drei Städte nach Nancy einzuladen, um möglichst rasch weitere Beziehungen auf den Weg zu bringen.

Beim Besuch des Regionalen Klinikums Nr. 1 wurden die Gäste über die gesamte Bandbreite der Leistungen der Einrichtung informiert, die mit 5.000 Beschäftigen, davon 800 Ärzte, mit besonderer Ausstattung und besonderem Know-how ein Einzugsgebiet von fünf Millionen Einwohnern und über 50 Kliniken abdeckt. Hier konnten Professor Dr. Franz Kehl, Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Städtischen Klinikum Karlsruhe und Professor Dr. Detlef Frohneberg, ehemaliger Direktor der Urologischen Klinik im Städtischen Klinikum, direkt mit Chefarzt Vladimir Porhanov weitere Austauschmöglichkeiten für Ärzte und Pflegepersonal besprechen, wobei neben sprachlichen auch finanzielle Hürden zu überwinden sind.

Finanzielle Hürden waren dagegen beim letzten russischen Vorzeigeprojekt nicht zu erkennen. OB Pervyshov präsentierte den Gästen die Fußball-Akademie, das neue Stadion und den Park des 2008 gegründeten Fußballvereins FK Krasnodar. Eigentümer ist Sergej Galizki, der Gründer der Einzelhandelskette „Magnit". Neben dem hochmodernen Stadion für 34.000 Zuschauer, der Heimstatt der auch international erfolgreichen „Bullen", baute Galizki nicht nur die erste russische Fußball-Jugendakademie mit Internat auf, sondern spendierte dazu noch einen öffentlich zugänglichen Park. „Zu den jetzt bebauten 60 Hektar hat er noch zweihundert Hektar dazugekauft", erklärte OB Pervyshov. Der Park werde jetzt noch größer. Auch das Thema Fanausschreitungen habe Galizki auf besondere Art gelöst: Die Gastvereine bekommen bis zu 10.000 Karten kostenlos, wenn sie nur fríedliche Fußballfans mitbringen. -fis-

 
 

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