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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Oktober 2018

BIOS Opferschutz: Festakt zum Jubiläum

AUFGABE GEWALTPRÄVENTION: Zum Jubiläum der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS) begrüßte Vorsitzender Klaus Böhm (l.) die Unterstützer Guido Wolf (Mitte) und Klaus Stapf (r.). Foto: Fränkle

AUFGABE GEWALTPRÄVENTION: Zum Jubiläum der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS) begrüßte Vorsitzender Klaus Böhm (l.) die Unterstützer Guido Wolf (Mitte) und Klaus Stapf (r.). Foto: Fränkle

 

Zehn Jahre präventiver Opferschutz / Erfolgsgeschichte BIOS-BW

Mit der Behandlungsinitiative Opferschutz (BIOS-BW) gibt es in Karlsruhe seit 2008 eine justiznahe Institution, die sich der Prävention von Gewalt- und Sexualstraftaten verschrieben hat. Mit Mitgliedern aus Justiz, Politik, Psychologie und Psychiatrie ist sie die größte Einrichtung ihrer Art in Deutschland.

Zum zehnjährigen Jubiläum lud der Verein Mitglieder und Unterstützer ins Karlsruher Rathaus, blickte mit ihnen auf die Arbeit der vergangenen Jahre und beleuchtete die anhaltende Problematik. Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf brachte beim Festakt zum Ausdruck, dass es wichtig sei, diesem Thema „einen so hohen Stellenwert“ zu geben. BIOS-BW leiste einen „unverzichtbaren Beitrag“ und sei „kompetenter und verlässlicher Partner der Justiz“, so Wolf weiter.

Das belegen die Zahlen. Mehr als 3.000 verurteilte Straftäter sind seit 2008 in zugehörigen Einrichtungen therapeutisch betreut worden, aktuell sind es 500 laufende Behandlungen. „Therapie von Straftätern ist Schutz von Opfern“, erklärte Klaus Böhm, Richter am obersten Landesgericht und erster Vorsitzender von BIOS-BW. Einige Behandelte seien jedoch „nicht therapiefähig“, so der Jurist. Diese zu identifizieren sei eine zusätzliche Herausforderung.

An potenzielle, aber noch nicht auffällig gewordene „Tatgeneigte“ richtet sich hingegen das Präventionsprojekt „Keine Gewalt- und Sexualstraftat begehen“. Bereits 81 freiwilligen Klienten wurden 2018 ins Programm aufgenommen. Natürlich bietet BIOS-BW auch Geschädigten Unterstützung an. Vor vier Jahren wurde die Opfer- und Traumaambulanz (OTA) Karlsruhe eingerichtet, bei der Betroffene unbürokratisch Unterstützung erfahren. In der Regel wird Opfern dort bereits einen Tag nach Kontaktaufnahme geholfen.

Die Fächerstadt hatte sich maßgeblich für die Gründung eingesetzt. So auch Bürgermeister Klaus Stapf, der deutlich machte, dass „die Menschen nicht vergessen werden“ dürften. Deshalb gehöre BIOS-BW „ins Herz der Stadt“. -gem-

 
 

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