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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 19. Oktober 2018

Welttag der seelischen Gesundheit: Auch das Leid der Lieben lindern

 

Aktionen zum Welttag der seelischen Gesundheit widmen sich dem Umfeld Erkrankter

Sie verursachen oft mindestens so viel Leid wie ähnlich weit verbreitete Rückenprobleme, sind aber schwieriger festzustellen: psychische Erkrankungen – die häufigste Ursache für Krankmeldungen. Umso wichtiger ist es Stadt und Kreis, an ihren immer verfügbaren Anlaufstellen und zurzeit wieder gebündelt rund um den Welttag der seelischen Gesundheit zur Seite zu stehen und zu sensibilisieren.

Zumal viele Betroffene aus Furcht vor Stigmata ihre Erkrankung im Beruf zu verbergen versuchen. Auch im privaten Raum, vor allem dort ist das aber meist nicht durchzuhalten, und frühes Erkennen bleibt wichtig. Psychische Krankheiten belasten auch Angehörige, Partner, Freunde; ob sie offenbart und behandelt werden oder nicht. Seelisch krank ist, wer seinen Alltag nicht mehr aus eigener Kraft bewältigen kann.

„Seelische Gesundheit in Familien und Partnerschaft – Was kann ich für mich tun?“, darauf ruht dieses Jahr der Karlsruher Fokus. Es geht um Sorgen, Ratlosigkeit, eigene Überforderung. Einem Pressegespräch mit Vertretern der Kommunen, von Arbeitsvermittlung, Kranken- und Rentenversicherung sowie Beratungsstellen ging Montag ein Markt der Möglichkeiten im Foyer des Landratsamts voraus. Unabhängige Beratung, Kinder und Jugendliche, Familie, Arbeitswelt, Achtsamkeit und Selbstfürsorge, Pflege und Wohnen waren die Themenfelder, zu denen Fachkontakte Rede und Antwort standen.

Der gastgebende Sozialdezernent des Kreises, Peter Kappes, und sein Stadt-Pendant, Bürgermeister und Schirmherr Martin Lenz, warben für die Unterstützungsangebote in Stadt- und Landkreis. Sie sprachen sich aber auch für eine umfassendere Betreuung und Versorgung von Betroffenen aus. Gerade im Sinne einer ganzheitlichen medizinischen Betrachtung, wie bei körperlichen Leiden längst gesichert, und langfristiger Achtsamkeit, die über den Aufenthalt in einer Klinik hinausgeht – etwa zur Wiedereingliederung. Dazu bräuchte es nach allgemeinem Tenor neue Bundesregelungen. „Wer zurück ins Leben finden muss, trifft meist auf ein verändertes Umfeld, ist antriebsärmer“: Da müssten Hilfen weiter greifen, betonte Kappes.

Die Gemeindepsychiatrischen Verbünde von Stadt, Kreis und speziell für Jugend halten mit privaten und staatlichen Akteuren noch bis zum 9. November Vorträge, Workshops, Filme und mehr bereit (Beispiele im Kasten unter dem Artikel, ausführlich auf karlsruhe.de/wsg). -mab-

Was man für sich tun kann

Bei priorisierter Beratung psychisch Erkrankter kümmern sich Stadt und Kreis zum Welttag der seelischen Gesundheit um Angehörige. Unter dem Motto „Was kann ich (für mich) tun?“ geht es um das Stärken von Kindern, Eltern, Partnern. „Körperbild.Körperwahn.Körperkult“ ist Titel eines interaktiven Angebots am Dienstag, 23. Oktober, 9 bis 16 Uhr im Tollhaus (Anmeldung: karlsruher-praeventionstag.de). „Zwei Herren im Anzug“ zeigt die Kinemathek am Mittwoch, 24. Oktober, ab 19 Uhr, für sieben Euro. Elternabende zur Pubertät bietet die Psychologische Beratungsstelle (Otto-Sachs-Straße 6) am Donnerstag, 25. Oktober, 18.30 Uhr, und im November (Anmeldung unter Telefon 133-5360). Mehr Info: karlsruhe.de/wsg.

 
 

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