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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Oktober 2018

Club Pinguin: Miteinander gibt Kraft und Hoffnung

ANLAUFSTELLE: Der Club Pinguin ist seit 50 Jahren Treffpunkt für Menschen mit psychischer Erkrankung. Foto: Fränkle

ANLAUFSTELLE: Der Club Pinguin ist seit 50 Jahren Treffpunkt für Menschen mit psychischer Erkrankung. Foto: Fränkle

 

Seit 50 Jahren treffen sich Menschen mit psychischer Erkrankung im Club Pinguin

Heute besuchen in der Woche im Schnitt 150 bis 170 Menschen den Club Pinguin. Kochen und essen dort miteinander, legen Ausflüge fest, sprechen vor allem über sich und ihre Krankheit. Der Treff in der Tagesstätte im Zentrum für seelische Gesundheit in der Stephanienstraße 16 ist kein gewöhnlicher Club. Und bietet doch seinen Besuchern ein gutes Stück Normalität. Er ist Anlaufstelle und im wahrsten Wortsinne Lebensraum für Menschen mit psychischer Erkrankung.

Gegenseitige Wertschätzung ist eine wichtige Säule der Treffen. „Wer zu uns kommt, wird offen empfangen“, betonte Martin Bauer, der den Club regelmäßig besucht, am vergangenen Dienstag. Da feierte der Club Pinguin seinen 50. Geburtstag. Als „lebendiges Beispiel für kreative und partizipative Lebensweise“, stellte Pfarrer Wolfgang Stoll, Direktor des Diakonischen Werks, den Club Pinguin den Gästen des Festakts vor.

Wie sich der Treff zur von der von Diakonie, Caritas und Stadt gemeinsam getragene Tagesstätte mit vielfältigem Angebot entwickelte, schilderte Dr. Maria Rave-Schwank. Die frühere Chefärztin der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie spannte in ihrem Vortrag den Bogen vom Beginn vor 50 Jahren als Instrument der Nachsorge über den Club in Zeiten des Aufschwung in der Psychiatrie in den 80ern bis zur heutigen Einrichtung, in der Betroffene, Pädagogische Fachkräfte und Ehrenamtliche gemeinsam tagesstrukturierende Angebot erarbeiten.

Aus dem Miteinander schöpfen die Besucher Kraft. „Hier erlebe ich Gemeinschaft und lerne durch die Gespräche mich selbst besser kennen“, unterstrich Martin Bauer, dass Selbstwertgefühl aus dem sozialen Miteinander entstehe. Ziel des gemeinsamen Wegs solle sein, so Rave-Schwank, „Hoffnung zu vermitteln, Stigmatisierung zu vermindern“.

Als „selbstverständlichen Bestandteil der Gesellschaft, wichtigen Netzpunkt der Versorgung psychisch kranker Menschen und Schnittstelle der Betroffenen für drinnen und draußen“, hob OB Dr. Frank Mentrup die Rolle des Clubs hervor. Darüber hinaus regte Mentrup an, auch Angebote für jüngere Erwachsene und Menschen mit Migrationshintergrund mit psychischen Problemen zu schaffen. -trö-

 
 

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