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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Oktober 2018

GO Karlsruhe: Rot heißt Umleitung nehmen

ENTSCHEIDUNG: Das Display informiert Radfahrerinnen und Radfahrer im Umfeld des Mendelssohnplatzes über das Konfliktpotential mit Fußgängern auf deren Überweg. Foto: pr/HsKA

ENTSCHEIDUNG: Das Display informiert Radfahrerinnen und Radfahrer im Umfeld des Mendelssohnplatzes über das Konfliktpotential mit Fußgängern auf deren Überweg. Foto: pr/HsKA

 

Displays informieren Radler am Mendelssohnplatz in Echtzeit

Seit Mittwoch informieren Displays am Mendelssohnplatz Radfahrer in Echtzeit über das Verkehrsaufkommen an Gehwegen und Straßenquerungen. Aus der Rüppurrer oder Fritz-Erler-Straße kommend, können sie so besser entscheiden, ob sie die Umleitungsroute zur Umfahrung der Kriegsstraße nutzen oder absteigen und ihr Rad über den Fußweg entlang der KASIG-Baustelle schieben.

Die Displays gehen auf eine Kooperation der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HsKA) mit der Stadt zurück. Sie wurden von der der HS im Rahmen des vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geförderten Reallabors „GO Karlsruhe“ entwickelt. Anlass ist die aktuelle Situation am Mendelssohnplatz, wo Fußgängern nach Wegfall von Querungsbeziehungen aufgrund der Bauarbeiten weniger Platz zu Verfügung steht.

Gleichzeitig ist für den Radverkehr eine wichtige Nord-Süd-Achse unterbrochen. Beobachtungen haben gezeigt, dass Gehwegbereiche zusätzlich von vielen Radfahrern genutzt werden, was insbesondere in Hauptverkehrszeiten zu Konflikten führt. Die Sicherheit der Fußgänger müsse auch in schwierigen baulichen Situationen gewährleistet werden, nannte Robert Blaszczyk, akademischer Mitarbeiter an der HsKA ein Motiv für „GO Karlsruhe“. Zudem soll das Realexperiment Radfahrern dienlich sein, damit auch sie sich bestmöglich in der Baustellensituation bewegen können und der Anspruch einer fahrradfreundlichen Stadt aufrechterhalten werden kann. Die Displays seien insbesondere „für die vielen hier radelnden Studierenden ein neuer kreativer Ansatz“, so Tiefbauamtsleiter Martin Kissel.

Ist wenig los und entsprechend viel Platz, bilden die Displays mit langsamen weißen Pfeilen eine Durchgängigkeit mit geringfügigem Konfliktpotenzial zum Fußverkehr ab. Blinkt es gelb, muss der Radler mit Konflikten rechnen, die Umleitungsbeschilderung wird empfohlen. In Spitzenzeiten, etwa Schulbeginn oder Berufsverkehr, zeigt der rot blinkende Bereich Radlern an, dass für sie kein Platz mehr auf den Querungen ist - eine Umfahrung ist dringend geboten. Testfahrten mit dem Rad haben gezeigt, dass durch die Umleitungsrouten zeitlich kein Nachteil im Vergleich zum Weg durch die Baustelle entsteht. Vom Realexperiment erhoffen sich Stadt und Reallabor-Team eine höhere Akzeptanz der Umleitungsrouten. Die HsKA wird über Beobachtungen und Befragungen die Wirkung des neuartigen Ansatzes der Radverkehrsführung untersuchen.-rie-

 
 

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