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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Oktober 2018

Hauptfeuerwache: Alles läuft nach Plan

DAS HERZSTÜCK, die Fahrzeughalle erklären (v.l.) Architekt Florian Schramm, Feuerwehrchef Florian Geldner und Bürgermeister Klaus Stapf. Foto: Fränkle

DAS HERZSTÜCK, die Fahrzeughalle erklären (v.l.) Architekt Florian Schramm, Feuerwehrchef Florian Geldner und Bürgermeister Klaus Stapf. Foto: Fränkle

 

Inbetriebnahme 2021 / Innovative Halle und Containerport

„Was ist denn das da? Es sieht so riesig aus“, wird Bürgermeister Klaus Stapf oft gefragt. Über den aktuellen Baustatus der neuen, 15.100 Quadratmeter großen und 125 Meter langen Hauptfeuerwache in der Zimmerstraße informierte er daher kürzlich die Medien.

Der 64 Millionen Euro teure architektonische Blickfang am  östlichen Stadteingang neben der bereits letztes Jahr für 24 Millionen in Betrieb genommenen Integrierten Leitstelle wächst nicht nur täglich. Er liegt auch im Zeit- und Kostenplan. Im Juli war der Rohbau beendet. Jetzt läuft der Trockenbau, entstehen etwa Raumwände, werden Türen und Fenster montiert oder Schlosser- und Stahlarbeiten ausgeführt. Ablösen soll die neue  Wache den 1926 von Architekt Hermann Billing und Stadtbaumeister Friedrich Beichel errichteten Hauptsitz in der Ritterstraße. Der ist viel zu eng geworden, könne, so Stapf, die großen Sonderfahrzeuge nicht mehr beherbergen: „Jedes Rausfahren ist Zentimeterarbeit“.

Deshalb sind sie schon längst auf der Feuerwache West an der Honsellstraße stationiert. Was taktisch ungünstig ist. Geht die neue Wache 2021 „ans Netz“, sollen Fahrzeuge und die 250 Mitarbeitenden wieder „besser verteilt werden“. Eigentlich, ergänzte Stapf, „braucht die Fächerstadt von ihrer Einwohnerzahl her sogar ein Dreiwachensystem“. Strategisch ausgewählt wurde der neue Standort, um für die Bürgerinnen und Bürger größtmögliche Sicherheit zu schaffen. Die Wache liegt verkehrsgünstig, um schnell Brandherde in der Innenstadt zu erreichen, aber auch gleichzeitig auf der Autobahn und Südtangente in alle Richtungen zu fahren.

Ebenso, um in Stadtrandgebieten und in „den Bergdörfern innerhalb der gesetzten Fristen“ zu sein, betont der Branddezernent. Im rund-um-die-Uhr Betrieb starten künftig aus der 40 Meter breiten Halle, “dem Kern, aus dem im Ablauf alles schnell gehen muss“, wie Feuerwehrchef Florian Geldner betont, 25 Einsatzfahrzeuge. Die Halle sei „etwas Besonderes“, denn sie hat zwei große Tore an den Stirnseiten, dazu mehrere kleinere an einer Längsseite. Innen stehen die  Autos schräg, um sich gleich bei der Ausfahrt zu einem Löschzug formieren zu können. Und nach dem Einsatz in der integrierten Werkstatt schnell wieder auf Vordermann gebracht zu werden. Auf ihrem begrünten Dachgarten mit Joggingstrecke, Boulefeld und Nutzgarten, der fehlende Außenbereiche ersetzt,  können sich die Feuerwehrleute erholen. Vor der Halle findet sich der Schlauch-, der gleichzeitig Übungsturm ist. Platz ist mit Ruhe- und Aufenthaltsbereichen, inklusive einer Sporthalle, für eine 20-köpfige Schicht sowie für Verwaltung und  Direktion.

Stolz ist Geldner auf den Containerport als „technisches Highlight“. Hier sind in einem Aufzug alle Spezialbehälter zur Bestückung der Fahrzeuge bei speziellen Bränden oder Gefahrenlagen gestapelt. Sie können über Nummern via Knopfdruck angefordert und schnellstens verladen werden.  Natürlich wurde auch ökologisch gebaut, mit einer Dämmbetonfassade um die Halle, Recyclingbeton für die Bodenplatten und „bauteilaktivierten“ Decken, die über 15 Meter tiefe Pfeiler im Boden gekühlt werden. Das Modell der Wache, von Feuerwehrleuten selbst gebaut und liebevoll Details wie Baustellenfahrzeugen ausgestattet, in dessen „Kinderparadies“ auch Bürgermeister Stapf begeistert „abtauchte“, ist beim Tag der offenen Tür am 24. November im Rathaus zu sehen. -cal-

 
 

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