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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Oktober 2018

Landespolitik: Weichen stellen für die Zukunft

BESUCH BEI SIEMENS: Wirtschaftsministerin Hoffmeister- Kraut (Mitte) mit OB Mentrup und EB Luczak-Schwarz  Foto Fränkle

BESUCH BEI SIEMENS: Wirtschaftsministerin Hoffmeister- Kraut (Mitte) mit OB Mentrup und EB Luczak-Schwarz Foto Fränkle

 

Sorge um digitales Gefälle

Die Reihe ihrer Kreisbereisungen setzte die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut in der letzten Woche in Karlsruhe fort.

Davon, welche Rolle Digitalisierungstrends und Innovationsmanagement in der Badenmetropole spielen, wollte sich die Wirtschafts- und Arbeitsministerin, die begleitet wurde von OB Dr. Frank Mentrup, der EB Gabriele Luczak-Schwarz, dem Präsidenten der Handwerkskammer Karlsruhe Joachim Wohlfeil sowie Gert Adler, dem Stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der IHK Karlsruhe, einen Überblick vor Ort verschaffen. In der „Siemens Process Automation World“ empfing Gerlinde Sturm, CFO der Siemens Business Unit Process Automation, die Besuchsgruppe.

Neben den Arbeitsfeldern der 4.200 Siemens-Beschäftigten am Standort Karlsruhe stand besonders die „Process Automation World“ im Mittelpunkt des Interesses, wo insbesondere alte und neu zu gewinnende Kunden die Möglichkeiten der digitalen Automatisierungstechnik für die Prozessindustrie für veranschaulicht wird. Die Ministerin zeigte sich erfreut darüber, dass der Standort Karlsruhe weltweit das Zentrum der Siemens-Prozessautomatisierung (mit insgesamt 10.000 Beschäftigten) ist, in das sich über Livestreams und Webinare Kunden und Mitarbeiter aus aller Welt einklinken können. „Hier werden wichtige Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt“ zeigte sich die Ministerin beeindruckt. Langfristig werde Baden-Württemberg als Wirtschaftsstandort nur erfolgreich sein, wenn vor allem kleine und mittlere Unternehmen von den Vorteilen der Digitalisierung überzeugt werden könnten, sieht Hoffmeister-Kraut „mit Sorge ein digitales Gefälle.

Umso ermutigender und spannender“ fand sie denn auch die Eindrücke, die sie beim Besuch des InnovationsCampus der EnBW am Rheinhafen gewinnen konnte. Nach den sich abzeichnenden Marktveränderungen durch die Energiewende habe die EnBW rasch erkannt, dass das bisherige Geschäftsmodell zu 80 Prozent verloren gehe, erläuterte Uli Huener der Leiter des Innovationsmanagements. Deshalb habe die EnBW bereits 2013 begonnen, neue Geschäftsmodelle außerhalb des bestehenden Kerngeschäfts zu entwickeln. Bis 2025 soll das Energieversorgungsunternehmen vollständig zum Infrastrukturdienstleister „mit wenig Energie und viel Digitalisierung“ umgebaut werden. Herzstück der konzernübergreifenden Innovationsstrategie ist der Innovationscampus im Karlsruher Rheinhafen, wo Projektteams sich abseits von Konzernbetrieb und –hierarchien als interne Start-ups auf die Ideen- und Produktentwicklung konzentrieren können. –fis-

 
 

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