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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Oktober 2018

Stadtgeschichte: Kampf um Augenhöhe

Franz Grashof. Foto: StA

Franz Grashof. Foto: StA

 

Der Maschinenbauer Franz Grashof starb vor 125 Jahren

Was heute mehr als selbstverständlich erscheint, hatte Franz Grashof bis zu seinem Tod vor 125 Jahren am 26. Oktober 1893 ein Leben lang erkämpft: die Gleichstellung der zuvor praktisch ausgerichteten Ingenieurs- mit den Geisteswissenschaften.

Der 1826 in Düsseldorf geborene Begründer des theoretischen Maschinenbaus kam nach Studium und Militärerfahrungen sowie Lehre am Berliner Gewerbe-Institut  1863 als Nachfolger Ferdinand Redtenbachers an die Poytechnische Hochschule. Dank seines rastlosen Arbeitens  avancierte das heutige KIT schnell zur Technischen Hochschule. Deren Rektor Grashof  von 1867 bis 1886  mehrfach war, verbunden von 1877 bis 1889 mit der Berufung in die erste Kammer des badischen Landtags.  Viele weitere Ehrungen folgten.

Seinen Fokus richtete er in der Festigkeits- und Wärmelehre, Hydraulik und allgemeinem Maschinenbau auf die theoretische Erfassung mechanischer Abläufe in ein abstraktes System und deren Vermittlung.  Sein Kollege Josef Hart schrieb in einer Rede: „(…) wunderbare Klarheit, Sicherheit und Präzision des Ausdrucks zeichneten seinen Vortrag in vorteilhaftester Weise aus.“ Stets von sich selbst und seinen Studierenden zugunsten der Allgemeinheit das Maximum verlangend,  habe ihn  „liebenswürdiges Gebahren“ und „bescheidenes Auftreten“ charakterisiert.

Konzentriert  hat dieser seine Erkenntnisse im „Grashof“, seinem jahrzehntelang maßgebenden Standardwerk „Theoretische Maschinenlehre“. An den Mitbegründer und Motor des Vereins Deutscher Ingenieure und Verantwortlichen der VDI-Zeitung erinnert  eine Straße in der Weststadt, ein Denkmal in der Beiertheimer Allee und die Grashof-Gedenkmünze des VDI für besondere Ingenieursleistungen.-cal-

 
 

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