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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Oktober 2018

Wildparkstadion: Gemeinderat ermächtigt OB zum Vertragsabschluss

JUBELSTÜRME IM NEUEN STADION könnte es bereits 2022 geben. Wie die moderne Fußballarena aussieht, soll am 22. November beim Bürgerforum im Südwerk öffentlich vorgestellt werden. Foto: Fränkle

JUBELSTÜRME IM NEUEN STADION könnte es bereits 2022 geben. Wie die moderne Fußballarena aussieht, soll am 22. November beim Bürgerforum im Südwerk öffentlich vorgestellt werden. Foto: Fränkle

 

Gemeinderat beschließt Stadionneubau / Vergabe der Bauarbeiten steht unmittelbar bevor

Noch sind die Verträge für den Stadionneubau im Wildparkstadion nicht unterschrieben, der Abschluss des Totalunternehmervertrages steht aber unmittelbar bevor. Mit 30 Ja- und 17-Neinstimmen ermächtigte der Gemeinderat am Dienstag OB Dr. Frank Mentrup, die abschließenden Verhandlungen zu führen und einen Totalunternehmervertrag zu unterzeichnen.

Die Verhandlungen werden mit dem im Vergabeverfahren am besten bewerteten Bieter 02 geführt, der für die Planung und den Bau gut 76,5 Millionen Euro veranschlagt hatte und damit im vorgegebenen Kostenrahmen von 76,8 Millionen liegt. Bieter 01 kam auf knapp 90,1 Millionen. Vor der Vertragsunterschrift mit dem Generalunternehmer ist noch das zwischen Stadt und KSC vereinbarte Vertragswerk aus dem Jahr 2016 an die zwischenzeitlich vorgenommenen Änderungen anzupassen. Dazu zählen neben dem Hospitality-Parkdeck, das der KSC selbst bauen will, die Kampfmittelsondierung und die baulichen Vorabmaßnahmen wie der Rückbau der Kurven und Wälle. Die sind bereits vergeben - mit einem Rücktrittsrecht bis Ende des Monats. Bei erfolgreicher Mission des OB könnte mit diesen Arbeiten sofort begonnen werden, mit dem Neubau im Herbst 2019. Wer das Stadion baut und wie es aussehen wird, soll am 22. November beim Bürgerforum im Südwerk vorgestellt werden.

Stimmen im Gemeinderat

„Es ist Zeit, dass wir eine Entscheidung fällen, wir haben viel zu lange rumgeeiert, obwohl es von Anfang an eine Mehrheit für das Stadion gab“, eröffnete Detlef Hofmann (CDU) die Debatte im Gemeinderat. „Wir haben uns nie vom Fieberthermometer der sportlichen Leistung des KSC leiten lassen“, sah auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Parsa Marvi die Zeit gekommen, um „die marode Situation einer städtischen Immobilie“ zu verändern. Das Zahlengerüst sei eine gute Basis für eine nachhaltige gute Zusammenarbeit mit dem KSC, zeigte sich Marvi optimistisch. „Das Projekt ist für alle Beteiligten zu groß“, fasste Ekkehard Hodapp die ablehnende Haltung der GRÜNE-Fraktion zusammen.

Die Rückzahlung einer dreistelligen, von den Steuerzahlern vorfinanzierten Millionensumme über Mietzahlungen stehe angesichts der KSC Finanzen auf „wackligen Beinen“. Ins selbe Horn stieß Max Braun (KULT), der zudem bemängelte, die Reserve für „Unvorhergesehenes“ sei schon vorab aufgelöst worden. Wer dem KSC nicht zutraue, „das zu stemmen“, müsse ablehnen, wer für den guten Stadionentwurf und Profifußball in Karlsruhe sei, müsse zustimmen, begründete er das uneinheitliche Abstimmungsverhalten der KULT-Fraktion.

Keine Zweifel ließ dagegen Thomas H. Hock am klaren Bekenntnis der FDP zum Stadion: Der KSC gehöre zur Kulturlandschaft und sei auch als Wirtschaftsfaktor nicht zu unterschätzen. Dagegen sprach sich Niko Fostiropoulos (LINKE) gegen eine „Steuerzahlerarena“ aus, die „nicht unter 200 Millionen Euro“ kosten werde. „Das Stadion ist zu groß und die Refinanzierung durch den KSC unrealistisch“, begründete Dr.. Paul Schmidt die Ablehnung der AfD. Den Einstieg in die finale Phase einer „unendlichen Geschichte“ befürwortete dagegen Jürgen Wenzel (FW) ebenso wie Friedemann Kalmbach (FÜR Karlsruhe),

Dank des OB

OB Mentrup dankte allen, die trotz der „langen und mit vielen Frustrationen verbundenen Vorgeschichte“ zuletzt das Stadionprojekt „so breit mitgetragen und systematisch weiter entwickelt haben“. Der Profifußball brauche eine wirtschaftlich starke Region, die sich engagiere, eine Historie, eine aktive Fanszene und ein Stadion um dieses Potenzial auszunützen. Mit dem alten Wildparkstadion sei die notwenige Wirtschaftlichkeit nicht erreichbar, zumal die Verbesserung der Sicherheit und die Fantrennung schön längst anstehen. Die im Finanzierungsmodell eingerechnete Instandsetzungspauschale garantiere, dass das neue Stadion mit regelmäßigen Investitionen fortlaufend in Schuss gehalten werde. -fis-

 
 

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