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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. November 2018

Gedenken: Stets Brücken bauen

Mahnwache und Gedenkveranstaltung zum 9. November

Genau 80 Jahre ist die Reichspogromnacht her, das offizielle Signal zum größten Völkermord Europas. Am 9. November 1938 setzten organisierte Schlägertrupps nach einer Hetzrede Josef Goebbels Synagogen in Brand und zerstörten jüdische Wohnungen und Geschäfte.

Daran erinnert die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit am Freitag, 9. November. Bei der traditionellen Mahnwache am Platz der ehemaligen Synagoge, Kronenstraße 15,  stellen Schülerinnen und Schüler der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik von 9.30 Uhr bis 17 Uhr unter dem Thema „Stolpersteine erzählen“ Biografien jüdischer Bürgerinnen und Bürger vor. Um 14 Uhr spricht Rabbiner Moshe Yudelevitz unter Beisein von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup  das Gedenkgebet für die Ermordeten.

Um 20 Uhr gilt im Tollhaus, Alter Schlachthof 35, die Gedenkveranstaltung Moses Mendelssohn (1729 bis 1786).  Die Lesung von Jutta Berendes mit den Schauspielern Stefan Viering und Mattes Herre und dem Barockduo Dmitri Dichtiar und Irene Müller-Glasewald hat den Untertitel: Nach Wahrheit forschen, Schönheit lieben, Gutes wollen, das Beste tun. Mendelssohn war Brückenbauer. Als er 1743 nach Berlin kam, war die dortige jüdische Gemeinde isoliert, schottete sich ab. So galt Deutsch zu sprechen oder zu lernen als Ketzerei. Hintergrund war das Judenreglement von Friedrich II, das Juden die Teilnahme am öffentlichen Leben verwehrte. Das Erlernen der Sprache aber war die Brücke zu nichtjüdischen Menschen und zur Emanzipation.-red-

 
 

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