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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. November 2018

Majolika: Alten Glanz zurückgeben

BLICK IN den Innenhof der Majolika am Ahaweg. Foto: Fränkle

BLICK IN den Innenhof der Majolika am Ahaweg. Foto: Fränkle

IM GESPRÄCH über die Zukunft der Majolika: (v.l.) Klaus Lindemann, Gabriele Luczak-Schwarz, Ulf Tietge und Dr. Albert Käuflein. Foto: Fränkle

IM GESPRÄCH über die Zukunft der Majolika: (v.l.) Klaus Lindemann, Gabriele Luczak-Schwarz, Ulf Tietge und Dr. Albert Käuflein. Foto: Fränkle

 

Zeller Keramik Manufaktur will die Majolika mit Fokus auf Kunst übernehmen

„Wir wollen nicht vor Asche sitzen und sie anbeten, sondern das Feuer neu entfachen, der Majolika alten Glanz zurückbringen“, stellte Pressesprecher Ulf Tietge in Aussicht. Wir, das ist die Zeller Keramik Manufaktur in Zell am Hammersbach mit Glasbläserei Dorotheenhütte in Wolfach. Eigentümer Ralf Müller will die einzige deutsche Kunstkeramikwerkstätte übernehmen, wenn der Gemeinderat am 20. und 21. November zustimmt.

Alleingesellschafterin der 1901 gegründeten Manufaktur ist die Majolikastiftung, die Liegenschaft gehört der KVVH, informierte Aufsichtsratsvorsitzende, Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz. Seit 2011 bekommt die Majolika städtische Zuschüsse, interessiert seien Stadt und Gemeinderat nach vielen Diskussionen an einem nachhaltigen zukunftsorientierten Konzept. Ein Workshop habe im Frühjahr als Ziele den Erhalt der traditionellen Keramikproduktion und des handwerklichen Könnens sowie die Suche nach geeigneten Kooperationspartnern herausgearbeitet.

Müller wolle, so der „optimistisch, freudige“ Kulturbürgermeister Dr. Albert Käuflein, die Majolika als national und international ausstrahlendes keramisches Zentrum mit Fokus auf Kunst ausbauen. Der Stiftung könnte die Stadt für den künstlerischen Bereich weiter einen Zuschuss (aktuell jährlich 300.000 Euro) geben, diesen dann stufenweise reduzieren. Mit der Kunstakademie und der Hochschule für Gestaltung gebe es Stipendien für Gastkünstler, die Ateliers würden aktiviert. Entstehen sollen Unikate auf höchstem Niveau, Kunst am Bau, künstlerische Auftragsarbeiten und kleinere Serien für ein breiteres Publikum. Das ergänze gut die Zeller Produktion hochwertiger, handbemalter Gebrauchskeramik etwa mit den Dekoren Hahn und Henne, Alt-Straßburg oder Favorite, erklärte Tietge. Beide Zweige sollten aber stets getrennt bleiben, ihr eigene Marke behalten.

Allerdings, da es in Karlsruhe Flächen von bis zu 8.000 Quadratmetern gebe, zurzeit aber nur 2.000 genutzt würden, ergänzte Stiftungsvorsitzender Klaus E. R. Lindemann, könnten in der Majolika auch Zeller Keramik produziert und Synergieeffekte im Vertrieb („unsere Schwachstelle) genutzt werden. Angedacht sind zudem eine „gläserne Keramikmanufaktur“ zum Zuschauen und Mitmachen, um die Wertigkeit der Stücke zu verdeutlichen und die Ausbildung von Keramikern. Eingebunden wird das Landesmuseum. Notwendig sind Millionenbeträge, außerdem muss die verkehrliche Infrastruktur am Ahaweg ausgebaut werden. -cal-

 
 

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