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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. November 2018

Stimmen aus dem Gemeinderat: SPD: Ausdauer hat sich gelohnt

Parsa Marvi, Vorsitzender SPD-Fraktion

Parsa Marvi, Vorsitzender SPD-Fraktion

 

Sechs große Debatten im Karlsruher Gemeinderat zur Entscheidung für ein neues Fußballstadion am Standort Wildpark liegen hinter uns. An dieser Zahl sieht man schon, dass es wohl nur wenige Entscheidungen gab, die in dieser Amtsperiode mit so viel Intensität und Leidenschaft diskutiert wurden.

Für uns war immer klar, dass es keine realistische Alternative zum Standort Wildpark geben kann. Wer bei der Kommunalwahl 2014 SPD gewählt hat, konnte sich auf diese Haltung verlassen. Alle anderen ins Spiel gebrachten Alternativen wären schlichtweg unfinanzierbar gewesen oder hätten unzumutbare Eingriffe in die Lebensqualität der Bevölkerung bedeutet. Am aktuellen sportlichen Fieberthermometer - mal hat der KSC gewonnen und mal eben verloren vor unseren Gemeinderatsdebatten - haben wir als SPD unsere Entscheidung nie abhängig gemacht. Weder sind wir Hellseher bei der sportlichen Entwicklung noch das berühmte Fähnchen im Wind. Bei unserer Entscheidung für die Aufnahme von finalen Verhandlungen hatten wir gute inhaltliche Argumente auf unserer Seite, diesen Schritt mit einer vergleichsweise großen Investitionssumme zu begründen.

Übrigens einer Investitionssumme, die auch bei anderen Stadionbauten der jüngeren Vergangenheit bei einer ehrlichen Gesamtbetrachtung von Stadion- und Infrastrukturkosten auch nirgendwo anders in Deutschland wesentlich geringer gewesen ist. Wir haben diese Argumente oft genug angeführt: kein „Weiter so“ mehr beim Unterhalt einer maroden städtischen Immobilie, Wiederherstellung der Ertragsfähigkeit und ein klares Bekenntnis zum Profifußball in Karlsruhe. Mit einer Sanierung des bestehenden Stadions, wie in der jüngeren Vergangenheit ins Spiel gebracht, wären wir wirtschaftlich auch auf Dauer nicht auf einen grünen Zweig gekommen. Das hätte für die Stadt bedeutet, weiterhin jährlich Geld in den Unterhalt eines kommunalen Stadions zu stecken und dabei genau zu wissen, mit diesem Zustand keine Erträge erwirtschaften zu können. Wir sind einem verantwortungsvollen Umgang mit den öffentlichen Finanzen verpflichtet.

Zahlenmodelle sind dabei das eine, Vertrauen in eine nachhaltig gute Zusammenarbeit zwischen den beiden Vertragspartnern das andere. Und dieses Vertrauenskonstrukt hat für uns als SPD einen mindestens genauso hohen Stellenwert. Hier haben wir in den letzten Monaten unterschiedliche Signale wahrgenommen. Am Ende sind wir erleichtert, dass im Nachgang zu unserer Entscheidung erfolgreiche Vertragsverhandlungen zwischen Stadt und Verein stattgefunden haben. Wir danken allen städtischen Dienststellen und dem Stadion-Projektmanagement für ihren großen Einsatz. Viele Verhandlungstage und -nächte liegen hinter den Beteiligten. Die Ausdauer hat sich gelohnt.

Parsa Marvi
Vorsitzender SPD-Fraktion

 
 

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