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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. November 2018

Wildparkstadion: Aufbruch beginnt mit Abbruch

JETZT GEHT ES LOS: OB Dr. Frank Mentrup (rechts) zeigte sich am Montag mit KSC-Präsident Ingo Wellenreuther vor dem Bagger, der gerade mit dem Abbruch des Nordwalls begonnen hatte. Foto: Fränkle

JETZT GEHT ES LOS: OB Dr. Frank Mentrup (rechts) zeigte sich am Montag mit KSC-Präsident Ingo Wellenreuther vor dem Bagger, der gerade mit dem Abbruch des Nordwalls begonnen hatte. Foto: Fränkle

DANKE, WILDPARKSTADION: Zum Abschied feierten aktuelle und frühere KSC-Spieler zusammen mit den Fans eine große Party. Foto: Fränkle

DANKE, WILDPARKSTADION: Zum Abschied feierten aktuelle und frühere KSC-Spieler zusammen mit den Fans eine große Party. Foto: Fränkle

SOUVENIR-JÄGER: Als Andenken an glorreiche Zeiten im alten Wildparkstadion nahmen KSC-Fans Sitzschalen nach Hause mit. Foto: Fränkle

SOUVENIR-JÄGER: Als Andenken an glorreiche Zeiten im alten Wildparkstadion nahmen KSC-Fans Sitzschalen nach Hause mit. Foto: Fränkle

 

OB gab Startschuss für Neubau des Wildparkstadions / Zunächst Abriss von Wällen und Tribünen / 2022 Spielbetrieb in moderner Fußballarena

Der 5. November 2018 geht als historisches Datum für Karlsruhe und den Sport in die Chronik der Stadt ein. An diesem Tag gab Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup den offiziellen Startschuss für den Neubau eines Fußballstadions im Wildpark, die Geschichte der altehrwürdigen Arena war damit zu Ende.

Baggerbiss auf dem Wall und Spatenstich im Stadionrund spiegelten die Dualität der Ereignisse wider, die am Montag das Geschehen im Wildpark prägten. Sie setzten „den Schlusspunkt hinter eine bis zuletzt scheinbar unendliche Geschichte und läuteten den Aufbruch ein in eine hoffentlich auch bald wieder sportlich erfolgreiche Zukunft“, betonte Mentrup vor Medien und Gästen. Der OB freute sich darüber, dass die langen Verhandlungen zwischen der Stadt als Bauherrin und dem Karlsruher SC als Pächter zu einem guten Ergebnis geführt hätten. Dies könne dem Profifußball in Karlsruhe die Zukunft sichern.

Wichtiger Imagefaktor

Der KSC sei ein wichtiger Imagefaktor, die Notwendigkeit eines neuen Stadions sei klar gewesen, erinnerte Mentrup an die Tradition als Fußballstadt und die Verbundenheit der Fans mit „ihrem Club“. Weiter ermögliche die Wirtschaftskraft der Region, Profifußball „auf einem hohen Niveau umzusetzen“.

Auch für KSC-Präsident Ingo Wellenreuther war der Startschuss für den Neubau „Anlass zu großer Freude“. Er dankte OB und Gemeinderat für ihr Ja zu „einem schönen modernen Stadion“, das ein „unglaublicher Gewinn für Karlsruhe und die Region“ werde.

Bereits Stunden vor dem offiziellen Akt hatte der Bagger erste Fakten geschaffen, mit seiner Schaufel Stahl und Beton aus dem Wall auf der Nordseite genagt. Und damit mit den sogenannten Vorabmaßnahmen begonnen, die in den nächsten 13 Monaten auf dem Programm stehen. Bevor die Stadt das neue Stadion erstellt - die entsprechenden Verträge mit dem Totalunternehmer unterzeichnet der OB in den nächsten Tagen -, steht der Abbruch der Wälle auf Nord- und Südseite an, dann sind Gegen- und Haupttribüne an der Reihe. Der Spielbetrieb läuft weiter, die von der Liga geforderte Zuschauerkapazität von 15.000 Plätzen sollen provisorische Tribünen hinter den beiden Toren sichern. Nach dem vorgesehenen Zeitplan kann der Neubau im Dezember 2019 starten, im Jahr 2022 soll dann der Ball darin rollen.

Öffentliche Präsentation

Der Gemeinderat hatte am 23. Oktober mit breiter Mehrheit seine letzliche Zustimmung zum Neubau gegeben. Die Kostenaufstellung für das städtische Projekt sieht für das Stadion selbst 76,5 Millionen Euro, für Unvorhergesehenes 5,7 Millionen Euro vor. Die Infrastrukturmaßnahmen innerhalb und außerhalb des Stadions belaufen sich auf 13,2 Millionen Euro. Die gerade begonnenen Vorabmaßnahmen schlagen mit 12 Millionen Euro zu Buche. Auf der „Habenseite“ steht eine Landesförderung in Höhe von 11 Millionen Euro. Das aus dem Gesamtpaket herausgenommene Parkdeck, das der KSC finanziert, kostet diesen nach eigenen Angaben 6 bis 8 Millionen Euro. Wie das neue Wildparkstadion am Ende aussehen soll, wird der Öffentlichkeit erstmals am Donnerstag, 22. November, bei einer Bürgerversammlung im Südwerk vorgestellt.

Rauschender Abschied

Freude auf das neue Stadion, vor allem aber Wehmut und Erinnerungen an glanzvolle Zeiten bestimmten am Samstag, 3.November, das letzte Spiel unter dem alten Dach. Fast auf den Tag genau 25 Jahre nach dem grandiosen 7:0-Erfolg gegen den FC Valencia im UEFA-Pokal kletterte da der KSC durch einen 2:1-Sieg gegen die Würzburger Kickers auf Rang vier in Liga drei. 25.000 Fans waren gekommen, feierten mit aktiven Spielern und KSC-Legenden unter dem Motto „Danke Wildparkstadion 1955-2018“ eine rauschende Party.

Und am Sonntag war dann Sitzabbau angesagt. Scharen von Fans kamen dem Angebot nach, schraubten innerhalb weniger Stunden die 3.000 Sitzschalen ab, bezahlten den Schnäppchenpreis von fünf Euro pro Teil und nahmen die Andenken nach Hause mit. -trö-

 
 

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