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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. November 2018

Gedenken: Gegen Diskriminierung und für Solidarität

Foto: Fränkle

Foto: Fränkle

 

An die Freude und Zuversicht vermittelnde Anne-Rose Wolf, die mit nur 14 Jahren als Hilfsturnlehrerin in der Lidell-, der „Judenschule“ aushalf und 1944 in Auschwitz ermordet wurde oder an Marie Meyer, unermüdlich aktiv für das Luisenhospital, 1944 an den schrecklichen Lebensbedingungen in Gurs als 77-Jährige zugrunde gegangen, erinnerten in der Kronenstraße am 9. November Schülerinnen und Schüler der katholischen Fachschule für Sozialpädagogik.

Bei der traditionellen Mahnwache am Platz der ehemaligen, 1938 in Brand gesteckten Synagoge, hatten sie am 80. Jahrestag der Auslöschung durch die Nazis die Schicksale von Karlsruherinnen und Karlsruhern, an die im Stadtgebiet  vor ihren ehemaligen Wohnungen Stolpersteine erinnern, entgegengesetzt.

Bevor Rabbiner Moshe Yudelevitz das Gedenkgebet für die sechs Millionen  Ermordeten sprach, dankte OB Dr. Frank Mentrup allen Engagierten wie dem großen Kreis der  Anwesenden und „versuchte vor Augen zu führen, was unserer Gesellschaft heute mit der traditionsreichen Synagoge und ihren Menschen fehlt“. Viele, oft im ersten Weltkrieg ausgezeichnet, hätten gar nicht begreifen können, dass sie auf einmal keine Deutschen mehr sein sollten. Heute gelte es, sich entschieden gegen öffentliche Diskriminierung zu stellen und sich solidarisch zu zeigen, damit sich Geschichte nicht wiederhole. -cal-

 
 

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