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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 16. November 2018

Stadtgeschichte: Begeisterter Zoologe

Max Auerbach  Foto: StA

Max Auerbach Foto: StA

 

Max Auerbach starb vor 50 Jahren / Neue Wege im Museum

Dem Naturkundemuseum gab er als Direktor ab 1932 ein modernes Gesicht, indem er Vögel- und Kleinsäuger, später Reptilien, Amphibien und Fische in biologischen Gruppen, ergänzt durch Fotos und Tafeln im natürlichen Umfeld zeigte, Schau- und Magazinsammlungen trennte.

Auf Prof. Dr. Max Auerbach geht ebenso die erste badische Naturschutzverordnung und damit Ausweisung von Naturschutzgebieten zurück. Internationales Renommee erhielt er als Leiter der Bodenseeforschungsanstalt durch seine Untersuchungen über die Wasserverhältnisse des Sees, forderte für ihn die Klärung der Abwasserfrage und eine Begrenzung der Hochrheinschifffahrt.

Als Sohn eines Chemikers 1879 in Elberfeld geboren, zeigte er früh naturwissenschaftliche Interessen, studierte in Basel Medizin und Zoologie und promovierte in letzterem samt den Nebenfächern Anatomie und Chemie. 1902 kam er als Assistent des großherzoglichen Naturalienkabinetts nach Karlsruhe, 1904 folgte die Habilitation und 1910 die außerordentliche Professur an der Technischen Hochschule. Schnell stieg er auch im Museum auf, wurde 1913 Leiter der zoologische-botanischen Abteilung. Im Ersten Weltkrieg Chef des klinischen Laboratoriums eines Reservelazaretts, von 1916 bis 1925 badischer Fischerei-Sachverständiger, gründete er 1919 die Anstalt für Bodenseeforschung in Konstanz.

Von 1926 bis 1945 unterrichtete er außerdem an der Karlsruher Kunstakademie Anatomie und wirkte ehrenamtlich von 1927 bis 1938 als Leiter der Badischen Naturschutzstelle sowie von 1932 bis zur Pensionierung 1945 als Museumschef und Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins. 1942 erlebte er nach einem Bombenangriff die Zerstörung eines Großteils seiner Sammlungen, machte sich aber sofort an den Wiederaufbau. Begeistert von seiner Aufgabe, war er seinen Mitarbeitern ein gradliniger und beliebter Chef. Ausgezeichnet 1959 mit dem Bundesverdienstkreuz, starb er am 21. November 1968 in Durlach. -cal-

 
 

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