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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. November 2018

Planungsausschuss: Siedlungsstruktur halten

Debatte zur Erweiterung des Sportzentrums Grötzingen

Mit Bauleitplanungen in Rüppurr und Grötzingen befasste sich der Planungsausschuss vorige Woche Donnerstag. Für Rüppurr brachte das Gremium den Bebauungsplan „Allmendstraße, Rastatter Straße, Burbacher Straße und Hinterm Dorf“ per Aufstellungsbeschluss bei einer Nein-Stimme und zwei Enthaltungen auf den Weg.

Befürwortet wurde das Ziel, so die Qualitäten des in den Fünfzigern entstandenen Siedlungsgebiets zu erhalten. Es steht mit seiner Häuserstruktur sowie recht großzügigen Grün- und Freiräumen für eine nachkriegszeitliche Stadterweiterung. Das Quartier hat bislang wenige Änderungen erfahren. Dieser Status Quo soll bewahrt werden.

Dazu bedarf es eines neuen Bebauungsplans, in den das vorhandene Baurecht überführt wird. Hintergrund: Nachdem das Verwaltungsgericht bei dem 1958 in Kraft getretenen Bebauungsplan „Alt Rüppurr Süd“ 2015 einen rechtlich relevanten Ausfertigungsmangel festgestellt hatte, war die Verwaltung gehalten, den Plan nicht mehr anzuwenden. Noch Klärungsbedarf gibt es, was die Ergänzung des Areals um eine Wohnbaufläche südwestlich der Burbacher Straße angeht. Fraglich ist, ob die Fläche einbezogen wird, und wenn ja, mit welchem Zuschnitt? Das könne noch im Verfahren geklärt werden, betonte Bürgermeister Daniel Fluhrer als Ausschussvorsitzender. Die Öffentlichkeit wird im Verfahren per Bürgerversammlung beteiligt.

Für Grötzingen soll die Debatte des Plans einer Erweiterung des dortigen Freizeit- und Sportzentrums später fortgeführt werden. Es gibt noch Beratungsbedarf – auch, weil tags zuvor der Ortschaftsrat Grötzingen die Verlagerung des Verein 1. BSC Karlsruhe Cougars aus der Nordstadt und des Bauhofs aus der Grötzinger Ortsmitte auf das Areal mit deutlicher Mehrheit abgelehnt hatte. Die Base- und Softballer müssen für das Quartier „Zukunft Nord“ ihren Standort an der Erzbergerstraße bis 2020 aufgeben. Dafür sowie für die Konzentration des zurzeit auf zwei Grötzinger Standorte verteilten Bauhofs soll ein rund 5,9 Hektar großes Areal ausgewiesen werden. Das grenzt an den Sportpark, wird gegenwärtig landwirtschaftlich genutzt und ist im aktuellen Flächennutzungsplan als geplante Sportfläche dargestellt.

Zu einer Neubeheimatung der Cougars gab es im Ausschuss diverse Anmerkungen: Baseball wurde als in Karlsruhe zu haltende Sportart gewürdigt. Zur Frage, ob die vergleichsweise große benötigte Fläche in Grötzingen liegen muss, zeigte sich ein Mangel an Alternativen. Zugleich liegen 70 Prozent der ins Auge gefassten Fläche in privater Hand. Sie müssten von der Stadt erworben werden, der Aufstellungsbeschluss ermöglichte einen höheren Preis. Der Bauhof-Umzug wäre die einzige Chance, in Grötzingen neues Wohnen zu ermöglichen; so auch aufgegriffen in der Vorbereitenden Untersuchung zum Sanierungsgebiet. -rie-

 
 

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