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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. November 2018

Stuttgarter Straße: Neuordnung geriet ins Stocken

DAS GRÜNE AREAL, das sich südlich der Stuttgarter Straße zwischen Mittelbruch- und Zimmerstraße bis zum Bahndamm erstreckt, soll mit Bebauungsplan städtebaulich entwickelt werden. Foto: Fränkle

DAS GRÜNE AREAL, das sich südlich der Stuttgarter Straße zwischen Mittelbruch- und Zimmerstraße bis zum Bahndamm erstreckt, soll mit Bebauungsplan städtebaulich entwickelt werden. Foto: Fränkle

 

Vorarbeiten Stuttgarter Straße: hoher Aufwand wegen Bombardierung und Auffüllung

Die Neuordnung war über Jahrzehnte unwägbar. Der Befreiungsschlag gelang mit dem Konsensusverfahren – die Entwicklung muss nun hinsichtlich der Vorbereitung des Baufelds an der Stuttgarter Straße für die künftige Sportfläche der ESG Frankonia sowie die Kleingärtenanlage nochmals genau betrachtet werden.

Denn im Zweiten Weltkrieg wurde das knapp 15 Hektar große in der Kinzig-Murg-Niederung liegende Areal stark  bombardiert – und später unter anderem mit Trümmerschutt und  Gaswerksabfällen bis zu fünf Meter aufgefüllt. „Das macht die Kampfmittelbeseitigung so enorm schwierig“, zeigte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup diese Woche vor den Medien das Dilemma auf: Die Sondierungstechnik kann nicht zwischen Kampfmitteln und anderem eisenhaltigen Auffüllmaterial unterscheiden.

Es muss daher zunächst das Erdreich bis zur „Bombardierungssohle“ komplett umgekrempelt werden, dann kann die Kampfmittelsondierung folgen. Angesichts der enormen Kosten - momentan stehen allein für die Vorbereitung des Baufelds rund 57,5 Millionen Euro im Raum (plus 31,5 für die bauliche Realisierung) - „haben die Fraktionen erbeten“, so Mentrup, „die einzelnen Geländebereiche noch differenzierter zu betrachten, alternative Vorgehensweisen auszuloten und in die Gesamtbetrachtung die derzeitigen ESG-Flächen einzubeziehen“.

Der in Aufstellung befindliche Bebauungsplan „Südlich der Stuttgarter Straße“ soll  - als klassisches Projekt der Innenentwicklung - auf bisherigem Gartenareal unter Einbeziehung des Bahndamms die Voraussetzungen für mehrere städtebauliche Ziele schaffen. Zum einen soll die ESG Frankonia an einem Standort konzentriert, zum anderen sollen die Kleingärten neu geordnet werden. Die Planung bildet zudem die Basis für eine städtebauliche Entwicklung an der Durlacher Allee. Die Neuordnung erfolgt in drei Stufen, wobei die Reihenfolge - erst im Osten, dann im Westen und zum Schluss im mittleren Abschnitt - dem Umstand geschuldet ist, dass die streng geschützten Mauereidechsen in mehreren Etappen auch auf dem Areal selbst Ersatz-Habitate erhalten.

Der Ostteil ist bereits geräumt, die Eidechsen wurden abgesammelt. Das West-Areal Richtung Tivoli wurde gerade von den Pächtern zurückgegeben. Bis Frühjahr sollen alle Prüfstränge abgeschlossen sein, informierte Mentrup. Um Ostern ist dann der Grundsatzbeschluss des Gemeinderats möglich. Das Kleingartenareal werde „ein Stück weit zutrittssicherer“, dies auch im Sinne weiterer Schritte der Baufeldfreimachung. Denn klar ist: Für jegliche künftige Nutzung muss das Erdreich in die Hand genommen werden. Dabei gibt es das „politische Wort“, die Nutzung (Kleingärten, Sportflächen) umzusetzen – mit Mehrwert für die Entwicklungsachse Durlacher Allee. „Wir stehen auch in der Südstadt im Wort, direkt vor der Haustür ein Sportvereinsangebot zu schaffen“, machte Mentrup deutlich, dass die Empfehlung laute, die Planungen weiterzuverfolgen. -rie-

 
 

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