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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. November 2018

Wohnungsmarkt: Mehr bezahlbare Wohnungen

AKTEURSTREFFEN WOHNUNGSBAU: Rund 130 Gäste folgten der Einladung von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup ins Haus der Wirtschaft und diskutierten die Entwicklung. Foto: AfStA

AKTEURSTREFFEN WOHNUNGSBAU: Rund 130 Gäste folgten der Einladung von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup ins Haus der Wirtschaft und diskutierten die Entwicklung. Foto: AfStA

 

Akteure diskutierten im Haus der Wirtschaft künftige strategische Ausrichtung

Über die strategische Ausrichtung des Karlsruher Wohnungsmarkts diskutierten kürzlich 130 Teilnehmer beim Akteurstreffen Wohnungsbau. Im Haus der Wirtschaft richteten sie den Blick auf Projekte und rechtliche Rahmenbedingungen.

Steigende Einwohner- und Haushaltszahlen bei gleichzeitig bescheidenen jährlichen Baufertigstellungen verteuerten die Miet- und Kaufpreise in der Fächerstadt, verdeutlichte eingangs OB Dr. Frank Mentrup. So seien seit 2012 die Neuvertragsmieten um 17 Prozent, die Kaufpreise für Eigentumswohnungen um 38 Prozent gestiegen. Angesichts dessen wachse die Zahl derer, die nur schwer eine bezahlbare Wohnung finden. Die Stadt unterstütze deshalb Bauträger zusätzlich zur Landesförderung bei der Erstellung von Sozialmietwohnungen, informierte Mentrup. Zudem müssten Vorhabenträger innerstädtisch mindestens 30 Prozent geförderten Wohnungsbau errichten. Die Volkswohnung etwa hat sich seit 2015 freiwillig verpflichtet, 60 bis 70 Prozent ihrer neuen Wohnungen als Sozialmietwohnungen anzubieten. „Aktuell entstehen in Oberreut über 300 öffentlich geförderte Wohnungen“, so der OB.

Für den Wohnungsbau stehe in Karlsruhe jedoch nur ein begrenztes Angebot an Flächen zur Verfügung. Hinzu komme, dass benachbarte Anwohner häufig Wohnbauprojekte zu verhindern suchten. In zunehmendem Maße richteten sich die Proteste in jüngster Zeit auch gegen Projekte der Innenentwicklung und Nachverdichtung. Daher war es Mentrup wichtig, die Sorgen und Ängste der Betroffenen ernst zu nehmen und frühzeitig im Planungsprozess mit Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch zu kommen.

Im Anschluss berichtete Ministerialrat Dr. Alfred Reutzsch aus dem baden-württembergischen Wirtschaftsministerium über die Novellierung der Landesbauordnung. Sie enthalte Standardreduzierungen, die das Bauen erleichterten und Veränderungen, die das Baugenehmigungsverfahren beschleunigten. Wie zukunftsfähige Lösungen für verdichtetes Bauen in innerstädtischen Lagen aussehen und wie Wohnen und Arbeiten dabei in unmittelbarerer Nachbarschaft zueinander realisiert werden können, zeigten Philipp Pferschy und Thomas Männel, Vorstände der GIEAG Immobilien AG aus München, anhand zweier Praxisbeispiele aus Stuttgart und Karlsruhe.

Prof. Dr. Anke Karmann-Woessner, Leiterin des Stadtplanungsamts, bilanzierte in ihrem Vortrag den Wohnungsbau in Karlsruhe der vergangenen fünf Jahre. Im Rahmen von 17 neuen Bebauungsplanverfahren seien seit 2014 fast 1.500 neue Wohnungen entstanden. Aber auch mit Hilfe von Sanierungsgebieten, namentlich der Innenstadt-Ost, Rintheim und Grünwettersbach, bemühe sich die Stadt, Wohnbaupotenziale zu nutzen und Wohnungsbestände mit dem zugehörigen Umfeld wieder attraktiv und zukunftsfähig zu machen. Mit Blick nach vorne berichtete Karmann-Woessner von Projekten in unterschiedlichen Entwicklungsstadien: wie Zukunft-Nord in der Nordstadt, die ehemaligen Sportflächen in Daxlanden, Zentrum III in Neureut oder das Sophien-Caree in der Weststadt. -red-

 
 

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