Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Dezember 2018

Symposium: Vernetzung humanistisch begegnen

AUSTAUSCH zu digitaler Sicherheit mit CCC-Sprecherin Kurz (am Mikrofon) sowie moderierend Kulturamtsleiterin Asche (l.). Foto: Knopf

AUSTAUSCH zu digitaler Sicherheit mit CCC-Sprecherin Kurz (am Mikrofon) sowie moderierend Kulturamtsleiterin Asche (l.). Foto: Knopf

 

Karlsruher Forum für Kultur, Recht und Ethik widmet sich digitaler Sicherheit / Chancen, Risiken und Strategien im ZKM mit vielen Referenten ausgelotet / Angstfreie Reflexion

Einmal mehr zum Nabel der Online-Welt wurde jüngst das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM). Beim „Karlsruher Forum – Symposium zur digitalen Sicherheit“ erörterten viele Referenten Risiken und Chancen fortschreitender Digitalisierung. Gemeinsam lotete man Sicherheitsstrategien zum Schutz persönlicher Daten in einer zunehmend vernetzten Welt aus.

Das Symposium stand unter dem Titel „Zwischen Selbstbestimmung und Fremdnutzung“. Nicht erst seit dem Facebook-Skandal um Cambridge Analytica oder russischen Hacker-Angriffen auf Server der Bundesregierung ist klar, die Systeme sind anfällig. Und: Es geht auch eine Spur kleiner – Attacken, die jeden betreffen. Das sogenannte Phishing und Trojaner über E-Mails in Zeiten, in denen Amazons Alexa in vielen Haushalten Rede und Antwort steht. In seinem Grußwort betonte OB Dr. Frank Mentrup, es gelte, angstfrei die Möglichkeiten der Digitalisierung auszuloten, aber gleichzeitig mit der nötigen Reflexion die Dinge anzugehen. „Wir brauchen neue Antworten des Staates, aber auch neue Strategien der Wirtschaft, um Regeln aufzustellen und Grenzen aufzuzeigen.“

Gerade in der IT-Hochburg Karlsruhe mit ihren technologischen Innovationen sei es notwendig, eine facettenreiche Diskussion über Chancen und Risiken zu führen und Konflikte zu benennen. Das „Karlsruher Forum für Kultur, Recht und Ethik“ sei ein guter Rahmen. Über „Digitale Sicherheit – worauf es ankommt“ referierte die Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC), Constanze Kurz. Sie plädierte für einen Kurswechsel bei der IT-Ausbildung für mehr digitale Sicherheit und dafür, Hersteller schlecht programmierter Software stärker in Haftung zu nehmen.

Vom Abstrakten in das Hier und Jetzt führte Eberhard Oehler, Geschäftsführer der Ettlinger Stadtwerke. Der hatte gezielt einen Hacker beauftragt, die Netze der Stadtwerke anzugreifen. Die Test-Cyber-Attacke sei bereits nach 26 Minuten erfolgreich gewesen. Erst dann zeige sich, wie sicher die Systeme sind, betonte Oehler auch im von Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche moderierten Podium. Dort wurde von vernetzten Staubsaugern bis zu drohenden Drohnenkriegen in Europa ein weites Feld abgedeckt. Künstler Bernd Lintermann plädierte dafür, frühzeitig neue Technologien zu bereden. „Die Gefahr, dass wir in Zukunft alle mit Headsets durch die Virtual Reality stolpern, sehe ich nicht.“ ZKM-Geschäfts-führerin Christiane Riedel erinnerte daran, dass die Wurzeln der Computertechnologie dank Leibniz‘ Rechenmaschine aus Europa kommen.

„Da stürzte kein Meteorit aus dem Silicon Valley hernieder.“  Mit den humanistischen europäischen Werten solle man der Digitalisierung begegnen. Über eine Datenschutz-Charta wurde ebenso diskutiert wie über ein IT-Gütesiegel. Für Kurz sollten sich die Bürger auf ihre Macht besinnen. „Man muss die Machtkonzentration der Unternehmen nicht hinnehmen. Das Energielabel für Waschmaschinen kam nur, weil Bürger darauf drängten, so die CCC-Sprecherin, die optimistisch nach vorne blicke. -voko-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe