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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Dezember 2018

Friedwald: Für alle richtigen Ort

IM BERGWALD zeigen (v.l.) BM Stapf, Ortsvorsteherin Ries, Friedhofschef Vogel und Förster Struck mögliche Bestattungsareale. Foto: Fränkle

IM BERGWALD zeigen (v.l.) BM Stapf, Ortsvorsteherin Ries, Friedhofschef Vogel und Förster Struck mögliche Bestattungsareale. Foto: Fränkle

 

Bestattungswald in Durlach nahe dem Geigersberg möglich

Die Einrichtung von Bestattungs- oder Ruhewäldern in Karlsruhe begleitet ihn schon seit Beginn seiner Amtszeit, jetzt an ihrem Ende möchte sie Bürgermeister Klaus Stapf öffentlich zur Diskussion stellen.

Daher hatte er zu einem Medientermin in den Durlacher Bergwald in Nähe des Geigersbergs eingeladen. Auch nach positivem Votum im Ortschaftsrat stellte Revierförster Bernd Struck das infrage kommende, 20 Hektar große Gebiet mit „100-jährigem Bestand vieler Baumarten“ vor, wobei es auf einem Hektar cirka 60 geeignete, hohe Bäume gebe. Es habe sich gegenüber Flächen in Hagsfeld, Rüppurr und Grünwettersbach auch wegen seiner (Auto-) Erreichbarkeit als geeignet heraus gestellt, informierte Stapf. „Die Bestattungskultur ändert sich, Menschen wollen vor dem Hintergrund der Ökologiebewegung in der Natur ihre letzte Ruhe finden und ihre Kinder, die oft nicht vor Ort sind, nicht mit Grabpflege belasten“,, erklärte Friedhofschef Matthäus Vogel.

Zwar äußerte unter einem Prozent der Bevölkerung bisher das Bedürfnis, im Wald bestattet zu werden. “Aber ich habe immer versucht, alle Wünsche zu erfüllen, für jede und jeden den richtigen Ort zu haben. Daher gibt es bei uns eine große Auswahl an Alternativen, auf den Friedhöfen, womit wir in Deutschland weit vorne liegen“, ist Vogel stolz. Im Bergwald könne man zunächst eine kleinere Parzelle ausweisen und sie dann nach Bedarf erweitern. Pro Baum seien zwei bis sechs Urnen möglich. „Wegen der Baumwurzeln und der Waldtiere sind keine Erdbestattungen möglich“, ergänzte Stapf.

Obwohl es nur Plaketten für die Toten an den Bäumen gebe und einfache Trittpfade, „handelt es sich bei Ruhezeiten von 50 Jahren um kein Billigangebot“, verdeutlichte Vogel. Auch ein Bestattungswald müsse gepflegt werden, was nicht weniger Aufwand als auf einem Friedhof bedeute. Außerdem müsse der Wald für Erholungssuchende nach wie vor zugänglich bleiben.
Bisher gibt es in Deutschland in Zusammenarbeit mit der Friedwald-Gesellschaft, die den Namen Friedwald für sich allein geschützt hat, über 200 solcher Orte. -cal-

 
 

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