Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Dezember 2018

Gemeinderat: Mit Vermerk streichen

Paul von Hindenburg nicht mehr auf Ehrenbürgerliste

Dem Streichen Paul von Hindenburgs von der Ehrenbürgerliste - aber, wie OB Dr. Frank Mentrup vorschlug mit dem Vermerk: 1915 verliehen, 2018 gestrichen -, stimmte das Plenum mit deutlicher Mehrheit zu.

Beantragt hatte KULT die Aberkennung wegen der Miturheberschaft des Reichspräsidenten an der Dolchstoßlegende, wonach das deutsche Heer „im Felde unbesiegt“ geblieben sei. Stadtrat Erik Wohlfeil zufolge auch, weil der Monarchist „ab 1932 mit Notverordnungen gegen das Parlament agierte, es dreimal auflöste und mit der Machtübergabe 1933 an Hitler Unterstützer des Nationalsozialismus wurde“. Letzteres sah auch Elke Ernemann (SPD) so. Der Antrag habe sich erledigt, weil Ehrenbürgerschaft mit dem Tod erlösche, argumentierte Johannes Krug (CDU).

Hindenburg sei Totengräber der Weimarer Republik, aber er habe als Kandidat aller Demokraten zunächst versucht, Hitler zu stoppen, was auch in der Nachkriegszeit so beurteilt worden sei. Wie die Verwaltung fand Ekkehard Hodapp (GRÜNE) die Aberkennung „angebracht“. Die demokratischen Parteien hätten damals riskiert, dass die Nationalsozialisten an die Macht kamen, stimmte Niko Fostiropoulos (LINKE) zu. Tom Høyem (FDP) wollte sich enthalten und, unterstützt von Friedemann Kalmbach (FK), historische Realität nicht tilgen. Die Ehrenbürgerschaft sei durch Tod erledigt. -cal- 

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe