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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. Dezember 2018

Kondolenz: Lebensaufgabe Aussöhnen

ÜBER DAS SCHICKSAL SEINER FAMILIE und anderer jüdischer Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes berichtete Paul Niedermann vor allem Jugendlichen. Foto: Fränkle

ÜBER DAS SCHICKSAL SEINER FAMILIE und anderer jüdischer Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes berichtete Paul Niedermann vor allem Jugendlichen. Foto: Fränkle

 

OB kondoliert zu Tod von Zeitzeugen Paul Niedermann

Mit 91 Jahren ist Zeitzeuge Paul Niedermann jetzt in Frankreich gestorben. Zum Tod des "mutigen und willensstarken Menschen", der "sein Leben auf bemerkenswerte Weise gemeistert habe" sprach Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup dessen Tochter im Namen der Stadt und ihres Gemeinderats wie auch persönlich sein herzliches Beileid aus.

Trotz seines schweren Schicksals habe sich Niedermann als Zeitzeuge für die Vermittlung eines objektiven Bilds der deutsch-jüdischen Geschichte eingesetzt, habe seine Botschaft "Auf Hass lässt sich nicht bauen" zeitlebens an die Menschen und vor allem an Jugendliche weitergegeben.

Seine alljährliche Teilnahme an der Gedenkveranstaltung in Gurs und der Mahnwache anlässlich der Reichspogromnacht in Karlsruhe habe er gerne für persönliche Gespräche und Begegnungen genutzt, habe Vorträge an Schulen gehalten und seine "Erinnerungen eines Überlebenden" als Buch veröffentlicht. Im Jahr 2007 wurde Niedermann mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet, 2013 mit der Ehrenmedaille der Stadt Karlsruhe.

"Was Ihr Vater als Kind erleben musste und wie er es bewältigt hat, ist eine unglaubliche Lebensleistung", war Mentrup beeindruckt. Niedermann habe die Aussöhnung zwischen Karlsruherinnen und Karlsruhern und ihren ehemaligen jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu seiner Lebensaufgabe gemacht. Dass er sich trotz trauriger Erinnerungen in Karlsruhe wieder "zu Hause" gefühlt habe "hat mich besonders gefreut", erinnerte sich Mentrup an persönliche Begegnungen und interessante Gespräche mit diesem "herzlichen und humorvollen Menschen." "Möge Ihnen die Gewissheit Trost sein, dass in Karlsruhe viele Menschen um ihn trauern", hieß es abschließend. -red-

 

 
 

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