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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 9. Februar 2018

Groß-Inspektion bei MiRO: Viel Aktivität im „Stillstand“

Eine Million Arbeitsstunden

Im klassischen Stillleben gibt es keine Bewegung, bei der Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) in Karlsruhe bedeutet Stillstand „immer ein Höchstmaß an Aktivität“. Das erklärte Geschäftsführer Ralf Schairer vorigen Freitag bei einer Info-Veranstaltung: Es geht um die turnusmäßige, gesetzlich vorgeschriebene Großinspektion des gesamten Werkteils 2, östlich der Alb.

Hier läuft ein Drittel der Produktion des bundesweit wichtigsten Standorts. Engpässe erwartet Schairer nicht, aber rund eine Million Arbeitsstunden und bis zu 3300 weitere Beschäftigte, sodass an die 5000 Menschen von Unternehmen und vor allem Partnerfirmen zugange sein werden, verpflegt und untergebracht werden müssen. Ein Faktor, warum der erste „TÜV“ nach 2012 für unter anderem sechs Großmaschinen, 700 Apparate, 600 Armaturen und Sicherheitsventile in 25 Anlagen seit zwei Jahren geplant wurde. Ab Donnerstag wird es konkret, dann ist alles herunterzufahren, wird überprüft, teils repariert oder ausgewechselt. Offizieller Zeitraum: 21. Februar bis 22. März.

Ein gigantisches Vorhaben neben gut zwei Dutzend weiteren Projekten wird die MiRO voraussichtlich noch über Ostern hinaus auf Trab halten: das Herausnehmen der jetzigen und das Einsetzen der neuen Coke Drums – Kokskammern. Sie wiegen je 400 Tonnen und sind 35 Meter lang, wurden aufwendig aus Spanien, größtenteils auf dem Wasser, hertransportiert. Dies verschlang einen signifikanten Teil des Gesamtvolumens von 75 Millionen Euro. Insgesamt fallen in den Inspektionswochen Kosten von rund 160 Millionen an. Einer der weltgrößten Kräne steht seit voriger Woche für den Austausch bereit. In Einzelteilen auf gut 200 Schwerlasttransportern kam er nach Karlsruhe. Dort bleiben ein Höchstmaß an Sicherheit und geringstmögliche Beeinträchtigung der Umgebung Triebfedern. Ein drittes offenes Werktor (B36) soll die Verkehrszunahme etwas abmildern. Es gibt detaillierte, täglich zu prüfende Ablaufpläne. Entscheidend bleibt der Faktor Mensch, aber auch die Digitalisierung wird vorangetrieben. Beim „Stillstand“ von Werkteil 1 im Jahr 2021 wohl noch mehr. -mab-

 
 

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